Meinung : Schröder in den USA: Kurz und folgenlos

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Als letzter der wichtigeren unter den alliierten Regierungschefs ist Gerhard Schröder gerade in Washington gewesen. Spät. Und kurz: keine 24 Stunden lang, ebenso wie bei seinem ersten Besuch bei Bush im März. Was das bedeutet? Auch in wenigen konzentrierten Stunden kann man besprechen, was ansteht. Man kann beraten, was als Deutschlands Beitrag zum Krieg gegen den Terror sinnvoller ist, Geld oder Militär, Marineflugzeuge zur Aufklärung etwa.

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Umfrage: Befürchten Sie eine Eskalation der Gewalt? Nur eines kann eine solche Kurzvisite nicht: Eindruck hinterlassen. Amerika hat nichts davon mitbekommen, dass der deutsche Kanzler im Weißen Haus war. Dafür stecken andere Bilder den US-Bürgern im Kopf. Jene des Briten Tony Blair beispielsweise, der sich kürzlich drei Tage Zeit für Washington genommen hatte, mit Dutzenden Einflussreichen sprach und dann auch noch neben Bushs Frau Laura saß, als der Präsident dem Kongress und der Welt die Entschlossenheit Amerikas und die Langwierigkeit der kommenden Auseinandersetzung erklärte. Als "besten Freund" und als "verlässlichsten Alliierten" hat Bush die Briten hofiert. Das sind wir Deutsche nicht. Ob wir das sein könnten, ist fraglich. Klar scheint, dass wir es nicht sein wollen. Denn sonst hätte der symbolische Schulterschluss nicht erst am Tag 29 nach den Anschlägen von Manhattan erfolgen dürfen.

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