Schuldenkrise : Vernichtete Träume

Die Entfremdung innerhalb der Europäischen Union schreitet unablässig voran. „Es reicht“, haben sich die Arbeiter empört, die am Dienstag in Athen aus Protest gegen die Sparpolitik das öffentliche Leben zum Stillstand gebracht haben – mal wieder. Zugleich findet EU-Kommissarin Neelie Kroes, der Austritt Griechenlands aus dem Euro sei kein Malheur. „Wenn einer geht, heißt das nicht ,Mann über Bord’“, tönte sie. Andere schlagen vor, den Griechen einen Sparkommissar vor die Nase zu setzen oder ihre Staatseinnahmen auf einem Sperrkonto in Sicherheit zu bringen. Die Verteidigung des heiklen Projekts Gemeinschaftswährung stellt den Solidaritätswillen der armen wie der reichen Länder auf eine harte Probe. Von der europäischen Einigung spricht niemand mehr als einem verheißungsvollen Prozess zum Nutzen aller, der Streit um den Mammon hat die Träume zunichtegemacht. Dabei glaubt niemand, dass Griechenland mit dem nächsten Hilfspaket oder dem nächsten Schuldenschnitt gerettet ist. Europas Politiker müssen sich fragen, wann der Punkt erreicht ist, an dem sie nicht nur Milliarden verbrennen, sondern auch die politische Einigung aufs Spiel setzen. brö

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