Meinung : Telekommen und Gehen

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Noch nie war Telefonieren so billig, noch nie war die Auswahl zwischen den Anbietern so groß. Das ist gut für die Kunden und schlecht für die Deutsche Telekom, die sich an die veränderten Marktbedingungen anpassen muss. Im Gegensatz zu den kleineren Konkurrenten ist der ehemalige Staatskonzern noch immer zu schwerfällig und beschäftigt zu viel Personal. Zehntausende Stellen hat der Konzern in den vergangenen Jahren bereits abgebaut – vielfach hat es junge Mitarbeiter getroffen. Der Altersdurchschnitt der Belegschaft liegt deutlich über dem der Wettbewerber. Und noch immer beschäftigt die Telekom fast 50000 Beamte, von denen nicht alle den Weg in die freie Wirtschaft begeistert mitgegangen sind. Druck auf die Belegschaft kommt ferner vom technischen Fortschritt in der Telekommunikation, der immer mehr Arbeitskräfte überflüssig macht. Darauf muss die Telekom reagieren; aber nicht allein mit Personalabbau. Es muss auch darum gehen, neue Geschäftsfelder zu finden. Dass die Telekom in ein neues Glasfasernetz investieren will, ist ein richtiger Schritt. Dass sie die Politik erpressen und nur investieren will, wenn ihr eine bestimmte Rendite garantiert wird, erinnert dagegen an längst vergangene Zeiten. vis

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