Meinung : Teurer Preis

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Gerade hat die Nato bekannt gegeben, bis 2010 ein neues Hauptquartier in Brüssel bauen zu wollen. Man darf gespannt sein, ob es dann noch gebraucht wird, angesichts der Auflösungserscheinungen innerhalb des Bündnisses. Denn dieser Tage wurde auch bekannt, dass sechs Staaten ihre Offiziere aus Natoverbänden zurückziehen, die irakische Soldaten ausbilden sollen. Bisher war nur klar, dass Deutschland, Spanien, Luxemburg, Belgien, Frankreich und Griechenland keine zusätzlichen Soldaten entsenden würden. Nun wird also selbst die Funktionsfähigkeit von integrierten Natoverbänden in Frage gestellt, obwohl ja alle den politische Beschluss mitgetragen hatten, dass die Nato im Irak ausbilden soll. Um das transatlantische Verhältnis nicht gleich nach Bushs Wiederwahl erneut stark zu belasten, hat Hans Eichel wenigstens bei den Auslandsschulden des Irak eingelenkt, dem 80 Prozent seiner Außenstände erlassen werden. Die Bundesregierung bleibt bei ihrer Linie: Finanzhilfe ja, aber kein deutscher Soldat in den Irak. Koste es, was es wolle. clw

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