Meinung : Trauerspiel um ein Denkmal

„Szenepartys auf Teufelsberg – Bezirk bremst Besucher aus“ vom 31. August

Das Ökowerk hält geführte Besichtigungen auf dem Teufelsberg weiterhin für sinnvoll und wünschenswert. Auch weil wir den kontrollierten öffentlichen Zugang zum Teufelsberg akzeptieren, haben wir uns entschieden gegen die Ausweitung zu einem Ort von großen „Events“ gewandt. Wir raten Ordnungsbehörden, die Spielregeln der Besichtigungen auf diesem durchaus risikoreichen Gelände erneut verbindlich festzulegen. Wir verweisen auf Absturz- und Einsturzgefahren, sanitäre Einrichtungen, Lärmschutz, den Ausschluss von offenem Feuer, prinzipielles Verbot der motorisierten Auffahrt und das Problem der Abfallentsorgung. Insgesamt zeigt die Entwicklung der letzten Jahre die Untragbarkeit der generellen Situation: Es geht nicht an, dass die Eigentümer dieses hervorragende Stück Berlin seit 15 Jahren dem Verfall preisgeben, offenkundig keinen Sicherheitsdienst mehr organisieren und finanzieren und sich weiterhin der Rückgabe an die öffentliche Hand verweigern. Dieses Trauerspiel wächst sich zu einem Imageschaden für die Stadt aus. Wir dringen auf eine Rücknahme durch Berlin und eine denkmals- wie naturgerechte Sanierung. Seit nunmehr acht Jahren haben wir dazu Vorschläge unterbreitet, gemeinsam mit anderen Umweltverbänden und im „Aktionsbündnis Teufelsberg“. Keinesfalls sollte der Senat den weltfremden Träumen eines gescheiterten Investors für einen millionenschweren Ausbau zu einem Kongress- und „Event“-Zentrum nachgeben.

Dr. Hartwig Berger,

1. Vorsitzender des Ökowerks Berlin

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