Ulrike Poppe als Stasi-Beauftragte : Die ideale Kandidatin

Die ehemalige DDR-Bürgerrechtlerin Ulrike Poppe wird erste Stasi-Beauftragte für das Land Brandenburg. Dass sie trotz übler Erfahrungen nie zum Racheengel wurde, wird ihr in der neuen Aufgabe helfen.

Gerd Appenzeller

Manchmal, selten, stimmt die Gorbatschow’sche Lebensweisheit von jenen, die das Leben bestraft, weil sie zu spät kommen, auch in der Umkehrung. Dass es Matthias Platzeck gelang, die ehemalige DDR-Bürgerrechtlerin Ulrike Poppe als erste Stasi-Beauftragte für das Land Brandenburg zu gewinnen, gehört zu diesen erfreulichen Ausnahmen. Vermutlich lag es nur an der ganz persönlichen Überzeugungskraft des Ministerpräsidenten, dass Ulrike Poppe diese Last auf sich nimmt. Der Name der 56-jährigen Studienleiterin an der Evangelischen Akademie Berlin-Brandenburg darf in einer Reihe mit Joachim Gauck, Marianne Birthler und Martin Gutzeit genannt werden, allesamt Persönlichkeiten, die in der Wendezeit großen Anteil am Erstarken der Bürgerbewegungen und an der unblutigen Ablösung der SED-Diktatur hatten. Wie kaum eine andere war Ulrike Poppe auch Opfer jahrelanger Zersetzungsmaßnahmen der Staatssicherheit. Dass sie trotz dieser üblen Erfahrungen nie zum Racheengel wurde, wird ihr in der neuen Aufgabe helfen. Gut denkbar, dass sie im Brandenburger Landtag die Stimmen fast aller Abgeordneten bekommt.

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