Meinung : Unabhängig

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In diesem Sommer noch sollen die Würfel für das Kosovo fallen. Europa spricht mit einer Stimme, wenn am morgigen Dienstag im UN-Sicherheitsrat die Verhandlungen beginnen. Das ist gut so – denn gelingt es der Europäischen Union nicht, die Region Südosteuropa zu befrieden, wäre das eine ähnliche Bankrotterklärung wie bei den Balkankriegen der neunziger Jahre, als es die USA waren, die den „ethnischen Säuberungen“ ein Ende machten. Dafür, dass sich solche Szenarien nicht wiederholen, lohnt sich der massive diplomatische Einsatz auch gegenüber den sperrigsten Mitgliedern des Sicherheitsrates, Russland und China. In Serbien herrscht indessen politischer Stillstand. Alle Parteien schrecken davor zurück, gerade dann in der Verantwortung zu sein, wenn das von Mythen und Boulevardpresse als urserbisches Territorium beschworene Kosovo verloren geht. Wer dann an der Regierung ist, wird den Schwarzen Peter haben, unweigerlich. Doch die Zögerlichkeit beweist vor allem, dass auch hier jeder weiß, dass Kosovo für Belgrad verloren ist. Sich darauf zu verlassen, genügt nicht. Es kommt jetzt darauf an, dass zivilisiert, klug und balanciert weiterverhandelt wird – mit einer Beharrlichkeit, die dem Motto fest, fair und freundlich entspricht.cf

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