USA und Europa : Wer hat das beste Rezept gegen die Krise?

16.07.2012 12:38 Uhrvon
Dollar oder Euro - Wer kommt besser durch die Krise? Foto: dpa
Dollar oder Euro - Wer kommt besser durch die Krise? - Foto: dpa

Rund um den Globus verdüstern sich die Konjunkturaussichten. Die Euro-Zone rutscht in eine Rezession. Die US-Wirtschaft aber wächst. Ein Vorbild ist Amerika deshalb jedoch noch lange nicht.

In jedem der letzten zwölf Monate kamen in den USA 80 000 bis 250 000 neue Jobs hinzu. Die Arbeitslosenrate ist noch hoch (8,2 Prozent), sinkt aber seit zwei Jahren. Offenbar gehen die USA mit diesem Teil der Krise – der Aufgabe, Wachstum zu schaffen – besser um als Europa.

Lässt sich daraus lernen? Ja. Die EU muss sich freilich auch nicht verstecken. Die Krise hat eine zweite Seite, die öffentliche Verschuldung. Alle Welt redet von der Schuldenkrise im Euro-Raum. Tatsächlich sind die Zahlen für die USA beunruhigender. Die öffentlichen Schulden betragen 16 Billionen Dollar, mehr als das Bruttoinlandsprodukt (BIP).

In der EU liegen die Schulden bei 82 Prozent des BIP, in der Euro-Zone bei 87 Prozent. Europa hat begonnen, den Anstieg zu bekämpfen, nicht zuletzt auf deutschen Druck. Die USA verschulden sich weiter, liegen gleichauf mit Portugal und Irland und bewegen sich auf italienische Verhältnisse zu. Sollten sie also von Europa lernen?

In der aktuellen Krise ist Amerika besser darin, Wachstum zu schaffen – und Europa darin, die Schuldenspirale zu bekämpfen. Doch beide achten zu wenig auf die Konsequenzen. Nötig wäre eine Strategie, die Wachstum und Schuldenabbau ins Gleichgewicht bringt. Die USA machen Konjunkturpolitik, ohne sich um die Schulden zu scheren. Europa betreibt Budgetsanierung, als müsste es sich um das Wachstum nicht kümmern. In beiden Fällen wird der Preis nun beunruhigend hoch. So hoch, dass er den jeweiligen Erfolg zunichtemacht. Amerikas Wachstum ist zu sehr über neue Schulden finanziert und wird in Rezession umschlagen, sobald der Zwang zur Budgetdisziplin unausweichlich wird. Europas Schuldenkonsolidierung ist prinzipiell richtig. Wenn sie aber eine Rezession auslöst und die Steuereinnahmen einbrechen, ist kein Geld da, um die Schulden abzubauen.

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Unser/e Leser/in blinder meint zum Artikel: Besuch im Reichstag bleibt umständlich:
Da von den aktuell 620 Abgeordneten bei den Sitzungen sowieso nur 20% anwesend sind, bleiben fast fünfhundert Sitze unbelegt. Hier könnte man doch die wartenden Besucher nach der obligatorischen Einlasskontrolle "zwischenparken".
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