Meinung : Viel zu selbstherrlich

„Ich werde die Menschen lieben“

vom 11. September

Das Interview mit Harald Schmidt habe ich mit Interesse gelesen. Ich finde es gut, wenn ein Mensch so positiv zu seinem Glauben steht. Dass er als Katholik den Papst Benedikt XVI. so schätzt, kann ich gut verstehen.

Ich schätze auch viel an ihm, allerdings mit einer wesentlichen Ausnahme. Seine Worte: „Die Evangelischen sind keine Kirche im eigentlichen Sinn, sondern bestenfalls eine kirchliche Gemeinschaft“ sind selbstherrlich und das Gegenteil von ökumenisch. So etwas gehört sich nicht für einen Christen, der Nächstenliebe üben sollte.

Ebenso merkwürdig ist es, was Harald Schmidt zum Besten gibt: „Aber natürlich bin ich als guter Katholik für die Ökumene. Ich werde mich immer für die Wiederaufnahme der Protestanten in die katholische Kirche einsetzen.“

Das ist doch ein Widerspruch in sich. Die Wiederaufnahme der Protestanten in die katholische Kirche bedeutet doch die Abschaffung der evangelischen Kirche, und das ist genau das Gegenteil von Ökumene, denn unter Ökumene versteht man die Beziehungen zwischen christlichen Kirchen verschiedener Konfessionen. Das geht aber nur bei gegenseitiger Anerkennung und Achtung.

Und die ist bei Harald Schmidt nicht zu finden.

Dr. Jan-Derk Aengeneyndt,

Berlin-Lankwitz

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