Meinung : Wenn Hunde zu viel faxen

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Wir wissen nicht, ob Edmund Stoiber ihn wirklich gesagt hat, den Satz „Hund’ seids scho“. Es handelt sich hierbei um eine bayerische Lobesformel der Ära Strauß, mit der ausgedrückt werden soll, dass es einen Politiker schmückt, wenn er bei den unvermeidlichen Durchsetzungsprozessen variantenreich vorzugehen versteht. Einschließlich kalkulierter Regelverletzungen – wie ein FußballProfi, wenn der Schiedsrichter gerade nicht hinguckt. Versteht sich: Erwischen lassen darf man sich nicht – wie letzthin Monika Hohlmeier. Dass die Stilmittel ihres Vaters Franz Josef selbst in Bayern und in der CSU überholt sind, drückte sich in ihrem Fall schon darin aus, dass sie unter Stoibers Druck das heute beliebte Mittel der öffentlichen Entschuldigung einsetzte. Die CSU erwies sich damit als Partei des herrschenden Zeitgeistes, und ihr Parteichef auch. Dass heute keiner mehr mit dem Satz „Hund’ seids scho“ durchkommen kann, illustrierte aber besonders der Dialog zwischen Horst Seehofer und Wolfgang Zöller, beide CSU. Nachdem Seehofer sich öffentlich als Mobbing-Opfer seiner eigenen Leute bezeichnet hatte, plädierte Zöller dafür, man solle sich die Wahrheit in Liebe sagen. Und sprach die Wahrheit aus, dass Seehofer viele in der CSU mit Pressemitteilungen überrascht habe, den einschlägigen Sitzungen aber ferngeblieben sei. Ein Hund, der Zöller, hätte Strauß vermutlich gesagt. Aber was Strauß schmückte, darf Stoiber schon lange nicht mehr. tib

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