Meinung : Wer jemals zwischen Rülpsern saß

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Das hier ist eine Fußnote, denn Kopfnoten stehen immer am Kopf und geben Zeugnis. Man möchte annehmen, dass es heute auch noch so ist, obwohl die Welt ja inzwischen auf den Kopf gestellt erscheint. Als Fußnote sei also gesagt, dass Kopfnoten für Betragen, Schrift und Fleiß irgendwie schon angebracht sind – in der Schule, aber am besten überall. Eigentlich sind sie die wahren Leistungskurse. Das wäre mal eine Bildungsrevolution: Benimm als Hauptfach, oder Stilkunde, Richtig Essen vielleicht auch noch. Wer jemals zwischen Rülpsern saß … Es kennen auch längst nicht mehr alle ihren Luther, denn wer hat oder lernt noch Religion? Von Übel ist nur: Wenn etwas Schulfach wird, dann ist Antipathie, wenigstens aber Desinteresse gleichsam garantiert. Man stelle sich vor, es gäbe das Fach Recht und Demokratie, was daraus würde. Und jetzt wollen es einige im Ernst einführen. Das wäre der beste Weg, den jungen Leuten das Ganze zu verleiden. Wie soll es denn gelehrt werden? Schwarze Sheriffs erklären den rechten Benimm, Rausschmeißer erläutern das richtige Betragen? Wenn es so nicht sein soll, dann wird es andererseits bestimmt so dermaßen schlau theoretisch, dass keiner versteht, um was es geht: um richtiges Handeln. Jedenfalls keiner von denen, die das verstehen müssten. Das Fach könnte so den Charakter verlieren und zu „Rechts und Ordnung“ degenerieren. Und jeder Nachhilfelehrer könnte sagen: Ich muss mal nach dem Rechten sehen. Das hältste im Kopf nicht aus. cas

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