Meinung : Wie 160 Lehrer

„Altlinke Sprüche – GEW kritisiert Lesepateninitiative von Kaufleuten und Industrie“ vom 21. September

Seit mehr als sechs Jahren bin ich Lesepate an Berliner Grundschulen und finde es von den Verantwortungsträgern der Berliner Lehrerzeitung schäbig und bin darüber erbost, wie sie sich gegenüber der Inititative „Lesepaten“ des VBKI in Zusammenhang mit dem Buch von Frau Volkholz verhalten.

Wenn 2000 Lesepaten jede Woche nur durchschnittlich zwei Stunden Kindern in Schulen und Kitas helfen, und das bei rund 40 Schulwochen im Jahr, sind das pro Jahr 160 000 Schulstunden. Für diese Stundenzahl würden pro Jahr bei durchschnittlich 25 Wochenstunden 160 Lehrer bzw. Erzieher benötigt. Hier von einer „kleinen Aktion“ zu sprechen, ist eine Verhöhnung aller Lesepaten, die sich engagiert und unentgeltlich dieser Aufgabe widmen und auch der Initiatoren. Ihnen vorzuwerfen, sie würden sich als „Verursacher der Misere“ durch diese „kleine Aktion“ an ihrer Verantwortung vorbeimogeln, ist geradezu grotesk. Wenn die Redaktion der GEW-Zeitung solches Gedankengut öffentlich vertritt, zeugt das von Ignoranz, ideologischer Verblendung und einer wirklich abstrusen Denkwelt. Die Redaktion der blz jedenfalls sollte sich schämen. Mir ist nicht bekannt, dass sich die GEW durch eine Initiative um eine wirksame und allgemein anerkannte Unterstützung von Schulkindern bemüht hätte. Stattdessen ruft sie beamtete Lehrer zu rechtwidrigen Streiks auf. Damit verursacht die GEW erheblichen Unterrichtsausfall. Das schadet – den Kindern! Rudi Voigt, Berlin-Tegel

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