Meinung : Wie gut, dass es die Omi gibt

„Wem die Rente nicht reicht“

vom 28. August

Einen Leserbrief zu schreiben, kostet mich Mut. Da ich aber zwei Mal pro Woche die Appenzellerstraße entlangstolpere, dachte ich mir zum obigen Thema „Wann, wenn nicht jetzt!“. Wir Rentner fördern unsere Enkel! Wir nehmen uns nicht nur Zeit für die Kids bei Krankheit, Sport und Elternabenden, wir finanzieren auch Schulfahrkarten und diverse Extras für die Ausbildung. Dazu gehört auch viel Gebackenes und Gebrutzeltes, damit wenigstens an einigen Wochenenden die Eltern mal relaxen können. Ich werde aber trotz dreier Enkel weder Toiletten reinigen noch aufpacken. Muss ich auch nicht! Aber wenn ich nicht wegen der Kinder seit 1972 in einer Wohnlaube mit Garten leben würde, mit einer Witwenrente von 850,- Euro, könnte ich meine Enkel kaum unterstützen. Von meiner Sorte gibt es viele Rentner in den Randbezirken. Die ständigen Umfragen der Springer-Presse sowie „Abendschau“ zeichnen meistens ein Bild von Wilmersdorf, Charlottenburg, Friedrichshain, Prenzlberg und Mitte! Ich habe auch immer dazuverdienen müssen. Geboren in Kreuzberg, gewohnt am Neuköllner Richardplatz, Schulbesuch der Rütli-Oberschule, aufgewachsen mit Zeitungsleuten (Vater und drei Brüder, die zum Teil noch bei Erik Reger gearbeitet haben), bin ich Arbeit und für andere zu sorgen gewohnt.

Es geht mir gut! Und wenn’s mal nicht mehr reicht, grabe ich den Garten um, pflanze Kartoffen, denn „Pommes“ gehen immer bei den Kids.

Oma Fabian, Berlin-Lichterfelde

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