Wie kam es zur Epidemie? : Noroviren sind überall

10.10.2012 17:32 Uhrvon
Noroviren auf Lebensmitteln sind nicht ungewöhnlich. Foto: dapd
Noroviren auf Lebensmitteln sind nicht ungewöhnlich. - Foto: dapd

Der Skandal um eingefrorene Erdbeeren zeigt: Nicht chinesische Exporteure, sondern Großcaterer müssen besser überwacht werden. Warum? Die Einzelheiten sind unappetitlich.

Seit gestern ist es amtlich: Die Brechdurchfall-Epidemie wurde durch Erdbeeren aus China verursacht, die mit Noroviren verseucht waren. Betroffen waren nicht weniger als 506 Schulen und Kindertagesstätten in Ostdeutschland, die von dem Catering-Unternehmen Sodexo aus dem hessischen Rüsselsheim beliefert worden waren. Mit über 11 200 Erkrankten ist es der mit Abstand größte lebensmittelbedingte Krankheitsausbruch der deutschen Geschichte.

Jetzt fragen entsetzte Eltern, warum ihre Kinder Tiefkühlware aus einem fernen Land mit fragwürdigen Hygienestandards essen müssen, während bei uns die Bäume mit reifen Äpfeln und Pflaumen vollhängen.

Kita-Betreiber beteuern, für zwei Euro fünfzig sei nichts Besseres zu bekommen. Sodexo will alle Vorschriften beachtet haben und verweist darauf, dass auch andere Caterer Billigware aus China beziehen. Die chinesischen Behörden bestreiten jeden Zusammenhang zwischen den exportierten Erdbeeren und dem Krankheitsausbruch.

Bislang wurde das Norovirus, gemäß Information des Robert-Koch-Instituts (RKI), in einer Charge tiefgekühlter Erdbeeren aus den Sodexo-Beständen nachgewiesen. Epidemiologische Untersuchungen hätten ergeben, dass alle betroffenen Einrichtungen mit dieser Charge beliefert worden sind. Sofern Sodexo die importierten Erdbeeren nicht zwischendurch aufgetaut hat (was gegen die Vorschriften wäre), dürfte die Quelle der Verunreinigung also in China liegen.

Die Einzelheiten sind unappetitlich: Da Noroviren nur den Menschen befallen und mit dem Stuhl ausgeschieden werden, müssen menschliche Fäkalien in die Erdbeeren gelangt sein. Wenn tatsächlich nur eine Charge verunreinigt war, ist dies wahrscheinlich nicht auf dem Feld, sondern im Verarbeitungsprozess passiert.

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Unser/e Leser/in blinder meint zum Artikel: Besuch im Reichstag bleibt umständlich:
Da von den aktuell 620 Abgeordneten bei den Sitzungen sowieso nur 20% anwesend sind, bleiben fast fünfhundert Sitze unbelegt. Hier könnte man doch die wartenden Besucher nach der obligatorischen Einlasskontrolle "zwischenparken".
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