Wilhelmstraße : Abpollern bitte

Wie lange noch müssen Berliner Verkehrsteilnehmer die Poller vor der britischen Botschaft in Kauf nehmen? Der Senator schweigt dazu beharrlich. Nicht nur der Abgeordnete Uwe Lehmann-Brauns will endlich wieder freie Fahrt auf der Wilhelmstraße.

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Uwe Lehmann-Brauns, Vizepräsident des Abgeordnetenhauses, Verkehrsteilnehmer und Bürger, lässt nicht locker, und das ist auch gut so. Es geht um die volle Nord-Süd-Durchfahrt der Wilhelmstraße, die leider seit gut acht Jahren aus Sicherheitsgründen vor der Britischen Botschaft mit Pollern abgeriegelt ist. Krankenwagen fahren Umwege zur Charité, Busse quälen sich durch Nebenstraßen, bald gibt es noch mehr Baustellen als jetzt. Aber von Jahr zu Jahr heißt es stereotyp, dass sich die Sicherheitslage nicht verändert habe. Ist das Zupollern alternativlos? Verdammt in alle Ewigkeit? Der Botschafter Ihrer Majestät ist bereit, über Verkehrsentspannungsmaßnahmen zu reden, doch der Senator schweigt, und das Landeskriminalamt ermittelt, warum und weshalb. Jetzt hat Lehmann-Brauns wieder geschrieben und gefragt, wann Ehrhart Körting denn nun in Sachen Wilhelmstraße tätig wird. „Als langjähriger Innenpolitiker mit internationaler Erfahrung dürften Sie nach acht Jahren in der Lage sein zu entscheiden, ob die Sicherheit der Botschaft nicht durch weniger die Innenstadt belastende Sicherheitsmaßnahmen gewährleistet ist“:

Die Poller sollen die britische Botschaft zum Beispiel vor Autobomben schützen. Aber wie lange noch, fragen sich viele.
Die Poller sollen die britische Botschaft zum Beispiel vor Autobomben schützen. Aber wie lange noch, fragen sich viele.Foto: Thilo Rückeis

Ergo: Straße öffnen, Poller parallel zur Botschaft umbauen. Bautechnisch ein Klacks! Nirgendwo auf der Welt blockiert eine Botschaftssicherung derart eine wichtige Straße in der (ohnehin durch Baustellen gelähmten) City einer Hauptstadt. Lehmann-Brauns fragt den Senator, ob ihm „die abstrakte Sicherheit der Botschaft wichtiger sei als die Lösung konkreter Verkehrs- und Sicherheitsprobleme der Menschen in Berlin“. Und nun bitte eine Antwort!

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