Meinung : Wo bleibt das Herz?

„Angst vor der Eskalation“ vom 21. August

Warum hat der Hellersdorfer Angst vor dem Fremden? Dieser Bezirk, der bunt zusammengewürfelt ist, hat Angst von weither geflohenen Menschen, die Sicherheit suchen. Dieser Teil der Hellersdorfer Bevölkerung sieht in jedem sofort einen Kriminellen. Das andere Extrem sieht in jedem Anreisenden einen Gutmenschen. In der Mitte liegt die Wahrheit. So wie es kriminelle Hellersdorfer gibt, so gibt es auch ehrliche Hellersdorfer. Die Anreisenden werden ebenso eine gemischte Gruppe sein. Die Akzeptanz dieser Tatsache wäre ein großer Fortschritt. Wenn wir jeden sofort als Bedrohung betrachten und uns jeder Kommunikation verweigern, werden sich die guten Leute ebenso einkapseln. Kann das unser Wunsch sein? Ich glaube kaum. Nur dann, wenn wir mit den hier Sicherheit suchenden Menschen reden, werden wir die Außenseiter auch fassen können. Was wir hier machen müssen, ist, über die Hetze der NPD reden. Wer zum Krieg in der Region und Fremdenfeindlichkeit aufruft, sollte das ernten, was er sät. Ich persönlich möchte eine gute Nachbarschaft, möchte Kommunikation und Austausch. Was ich nicht möchte, sind Hetze und grundsätzliche Ausgrenzung gegenüber den neuen Mitbewohnern. Das kann für einen normalen Menschen nicht zu viel verlangt sein. Danken wir für den Fakt, hier Frieden zu haben. Würden wir nicht die Chance nutzen, im Gefahrenfall unsere Familien in Sicherheit zu bringen? Leute, schaut in den Spiegel und fragt Euch, wo Euer Herz geblieben ist.

Siegfried Lewerenz, Berlin-Hellersdorf

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