Meinung : Zu Gast bei Kritikern

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Der Sport müsse politischer werden, meint Nils Havemann. Der Historiker hat gerade eine Studie zur Kollaboration des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) mit den Nazis vorgelegt. Statt den Mythos vom unpolitischen Wettkampf zu pflegen, sollten Trainer, Sportler und Funktionäre genau hinsehen, mit wem sie sich einlassen. Das gilt wohl auch für Sportminister. Wolfgang Schäuble hat im Zusammenhang mit dem angekündigten Besuch von Mahmoud Ahmadinedschad bei der WM betont, dass es ein Recht für Staatsoberhäupter der teilnehmenden Länder gebe, die WM-Spiele zu besuchen. Der Zusatz, dass die Bundesregierung dem iranischen Präsidenten dann ein paar passende Worte zu seinen Ausfällen gegen Israel sagen werde, wäre wünschenswert gewesen. Auch der DFB und der Fußball-Weltverband Fifa dürften sich zu Ahmadinedschad gern einmal äußern. Manfred von Richthofen, der scheidende Präsident des Deutschen Sport-Bundes, macht es vor: Er fordert vom Internationalen Olympischen Komitee endlich eine klare Aussage zu Menschenrechtsverletzungen in China, dem Ausrichter der Sommerspiele 2008. mah

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