Meinung : Zu straffe Zügel

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Es reicht. Die Europäische Zentralbank schießt mit ihrer Zinspolitik über das Ziel hinaus. Das Ziel heißt Preisstabilität, ihr ordnet EZB-Präsident Jean-Claude Trichet alles andere unter – auch das Wachstum. Das könnte durch Trichets Politik einen kräftigen Dämpfer bekommen, erst recht, wenn die Zinsen wie befürchtet im Oktober noch einmal steigen. Sicher, die Inflationsrate in Europa ist hoch und die Zentralbank hat die Aufgabe, sie zu zügeln. Doch hinter den Zahlen verstecken sich vor allem die spekulativ nach oben getriebenen Öl- und Gaspreise. Rechnet man die heraus, liegt der Preisanstieg genau da, wo Trichet ihn haben will – knapp unter zwei Prozent. Zudem wirken Zinserhöhungen erst verzögert. Wenn die Zentralbank jetzt die Zügel strafft, bekommt die Wirtschaft dies im nächsten Jahr zu spüren. Für uns in Deutschland ist das besonders bitter. Durch die geplante Erhöhung der Mehrwertsteuer rechnen die Volkswirte ohnehin schon mit einem schwächeren Wachstum für 2007. Der Zinseffekt könnte es dann noch weiter bremsen. stek

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