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Verkehrssicherheit : Mit dem Spiegel an der Ampel geht ein Licht auf

20.03.2013 00:00 Uhr
Mehr Leben im „toten Winkel“. Der Spiegel hängt unterhalb des Grünlichts. Foto: dpaBild vergrößern
Mehr Leben im „toten Winkel“. Der Spiegel hängt unterhalb des Grünlichts. - Foto: dpa

Ein Spiegel am Ampelmast soll Fahrern Einblicke in den sogenannten toten Winkel geben.

Die Idee klingt einfach und doch kann sie Leben retten: Ein Spiegel am Ampelmast soll Lastwagen-, Bus- und Autofahrern künftig Einblicke in den sogenannten toten Winkel geben.

Die Fahrrad-Hauptstadt Münster testet das neue System aus den Niederlanden an zwei Stellen. Darunter ist eine Kreuzung, an der 2009 ein zwölfjähriger Junge auf seinem Fahrrad ums Leben kam. „Er wollte noch schnell über die Straße fahren“, erzählt Udo Weiss von der Polizei Münster. Ein Lastwagenfahrer übersah den Jungen beim Abbiegen – weil er mit seinem Rad im toten Winkel fuhr. Der Zwölfjährige geriet unter die Zwillingsreifen des schweren Fahrzeugs und starb.

„Der Lkw-Fahrer hat sich mittlerweile das Leben genommen“, sagt Weiss.

Solch dramatische Entwicklungen sollen durch die Neuerung in Zukunft vermieden werden. Mit einem kurzen Blick in den Spiegel unterhalb des Grünlichts können Lastwagen-, Bus- und Autofahrer sofort sehen, ob neben ihnen ein Fahrradfahrer oder ein Fußgänger steht. „Der ganz große Clou an der Sache ist, dass der Spiegel unter der Ampel angebracht ist. Jeder Lkw-Fahrer guckt sowieso auf die Ampel, ob sie grün ist“, sagt Verkehrsplaner Andreas Pott von der Stadt.

Das System könnte Schule machen. Jährlich sterben deutschlandweit 400 Radfahrer bei Verkehrsunfällen. Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) schätzt, dass die Hälfte von ihnen schlicht übersehen wird. Allein in Nordrhein-Westfalen verletzten sich im vergangenen Jahr gut 500 Radfahrer, weil Autos, Lastwagen oder Busse sie beim Rechtsabbiegen anfuhren. Auch dabei dürfte die Ursache häufig der tote Winkel gewesen sein, vermutet das Innenministerium.

In der Fahrrad-Hauptstadt Münster suchte man schon seit längerem nach einer Lösung. Zufällig bemerkte Pott dann während einer Dienstreise in Amsterdam, dass unter einigen Ampeln Spiegel hängen und fragte nach. Für 750 Euro pro Stück schaffte Münster nun vorerst zwei Spiegel an. (dpa)

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