Politik : ...George W. Bush nach Templin kommt

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Heute ist der Tag, an dem wir schon mal fürsorglich auf das 13. Internationale Gitarrenfestival in Templin hinweisen möchten. Viel Zeit dazu ist nicht mehr. Schließlich ist schon am morgigen Donnerstag, 2. Juni 2005, die Eröffnungsveranstaltung: „Die Tagelöhner“, es spielt der Lautenist W. Praxmarer Öster.

Bitte, das alles ist ohne Gewähr. Wir wissen nun wirklich nix Genaues, nicht mal, was ein „Lautenist“ normalerweise macht. Und wer ist W. Praxmarer Öster? Ist er allein oder kommen vielleicht noch andere Tagelöhner? Öster wäre dann der Obertagelöhner, der Chef sozusagen. Oder heißt er möglicherweise gar nicht Öster, sondern Praxmarer und kommt aus Österreich, und man hat nur vergessen im entscheidenden Moment eine Klammer zu machen, so wie bei A. Arson (Island). Der ist dann am Freitag dran. Wahrscheinlich.

Wahrscheinlich ist das 13. Internationale Gitarrenfestival so ziemlich das letzte, bei dem man noch einmal ohne blaue Flecken nach Hause kommt, weil im nächsten Jahr das 14. Festival dann mit entsprechendem Andrang im Heimatort der Bundeskanzlerin stattfinden wird. Angela Merkel stammt ja aus Templin, das weiß in diesem Land längst der letzte Lautenist.

Auf internationalem Parkett ist es durchaus üblich geworden, demonstrative Verbundenheit, ja Freundschaft, mit stark folklorehaltigen Einladungen in den Heimat- oder Geburtsort zu verbinden. Gut möglich, dass im nächsten Sommer George W. Bush Entspannung finden wird bei launigen Liedern zur Klampfe, bevor dann Iran von den Amis rangenommen wird. Das kann natürlich erst irgendwann nach den Landtagswahlen in Rheinland-Pfalz sein, um den Roten nicht noch irgendwelche irrlichternden Restwähler zuzutreiben. Ja, und das ist dann der Tag, an dem Ulrich Schoeneich leider wird draußen bleiben müssen.

Schoeneich ist Bürgermeister von Templin. Der britische „Guardian“ hat ihn jetzt aufgestöbert für eine sehr schöne Geschichte über das „einfache, aber ehrgeizige Mädchen“, das da auf dem Sprung ist, Deutschland zu regieren. „We are very pleased that she is from Templin“, sagt Schoeneich. „But nobody here wants her to be chancellor. It would be good for us, but I’m not sure it would be good for Germany.“

Mal im Ernst: Wer weiß das schon so genau. Das Einzige, was man zu diesem Zeitpunkt mit Sicherheit behaupten kann, ist, dass es auf keinen Fall mehr gut für Schoeneich ist. Was jetzt? Schoeneich könnte vielleicht ein bisschen Wahlkampf für die SPD… Aber, das geht auch nicht. Da ist er ausgetreten. Vbn

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