Politik : 14. Juli: Nur im Knast wird nicht gefeiert

Paris - Präsident Sarkozy will auch dem Quatorze-Juillet, dem französischen Nationalfeiertag am heutigen 14. Juli, seinen Stil aufprägen. Unter dem Motto „Bürgernähe und Europa“ beginnt der Tag zwar mit der traditionellen Militärparade. Nachdem 1994 das Euro-Korps bereits einmal zur Teilnahme eingeladen war, werden diesmal neben französischen Truppen erstmals Abteilungen aus allen übrigen 26 EU-Ländern vom Triumphbogen zum Concorde-Platz marschieren, wo Sarkozy im Beisein von Kommissionspräsident José Manuel Barroso, dem Präsidenten des Europaparlaments Hans-Gert Pöttering und dem EU-Beauftragten für die Außenpolitik Javier Solana die Parade abnimmt.

Zur anschließenden Gartenparty im Elysée-Palast wurde die Gästeliste um die Hälfte auf 5000 Personen zusammengestrichen. Statt der üblichen Prominenz will Sarkozy vor allem Bürger um sich sehen, „die in ihrem Leben Schweres durchgemacht oder sich beispielhaft ausgezeichnet haben“ – Opfer von Verbrechen etwa oder Initiatoren von Selbsthilfegruppen. Am Abend gibt es unterm Eiffelturm ein „Konzert der Brüderlichkeit“ mit europäischen Künstlern – unter ihnen die deutsche Gruppe „Tokio Hotel“ –, bei dem sich Sarkozy unter die 300 000 Zuschauer mischen will.

Leer gehen diesmal die Strafgefangenen aus, die auf einen Erlass von kurzen oder Reststrafen gehofft hatten. Der von seinen Vorgängern gewährte kollektive Gnadenakt zum Nationalfeiertag ist gestrichen. Auch das seit 1981 übliche Fernsehinterview zum Feiertag fällt aus. Wenn er den Franzosen etwas zu sagen habe, müsse er nicht den 14. Juli abwarten, erklärte Sarkozy. hhb.

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