Politik : 21 Verletzte bei der Explosion von Rohrbomben vor einer Bank

Bislang liegt kein Bekennerschreiben vor, doch drohte die Hamas bereits am Samstag mit Anschlägen in Israel

Einen Tag vor Beginn neuer Friedensverhandlungen sind in Israel 21 Menschen bei einem Bombenanschlag verletzt worden. Vor einer Bankfiliale in der Küstenstadt Netanja explodierten am Sonntag drei Rohrbomben. Ein vierter Sprengsatz wurde rechtzeitig entschärft. Die Behörden verdächtigen militante Palästinenser als Täter. Zwei Palästinenser, ein Mann und eine Frau, wurden festgenommen.

Der israelische Ministerpräsident Ehud Barak erklärte nach dem Anschlag, er nehme den Vorfall sehr ernst. Seine Regierung sei entschlossen, den Terrorismus zu überwinden und alles zu tun, um Bedrohungen des Friedens und des Wohlergehens israelischer Bürger zu stoppen. Mehrere dutzend Palästinenser ohne eine Aufenthaltsberechtigung für die Stadt wurden nach dem Anschlag festgenommen.

Ein Berater des palästinensischen Präsidenten Jassir Arafat, Tajeb Abdel Rahim, verurteilte den Anschlag. "Es gibt Extremisten auf beiden Seiten, die den Frieden zerstören wollen", sagte er der Nachrichtenagentur AP. In einer Stellungnahme der palästinensischen Behörden hieß es, möglicherweise seien iranische Gruppen für den Anschlag verantwortlich.

Der religiöse Führer der islamischen Hamas-Bewegung, Scheich Achmed Jassin, erklärte, er könne noch nicht sagen, ob seine Gruppe in den Anschlag verwickelt sei. "Ich möchte betonen, dass die Hamas keine Zivilisten angreifen will. Wir werden aber weiter gegen die Besatzung kämpfen", sagte er. Am Samstag hatte die Hamas mit Anschlägen in Israel gedroht. In den nächsten Wochen und Monaten werde es eine Eskalation der bewaffneten Angriffe ergeben, erklärte der militärische Flügel der Organisation. In der Nähe des Tatorts versammelten sich Einwohner der Stadt und riefen "Tod den Arabern". Bisher bekannte keine Gruppe zu dem Anschlag.

Der palästinensische Sicherheitschef für das Westjordanland, Jibril Rajub, sagte, seine Leute arbeiteten hart, um Anschläge wie in Netanja zu verhindern. "Die palästinensischen Behörden tun mehr als 100 Prozent, damit solche Taten nicht passieren."

Barak verlängerte unterdessen die Frist zur freiwilligen Räumung illegaler jüdischer Siedlungen. Wie sein Sprecher Gadi Baltianski erklärte, müssen die Siedler bis Mitte der kommenden Woche ihren Auszug abgeschlossen haben. Barak hatte zunächst den vergangenen Freitag als Stichtag genannt. Die Siedler sollen nach dem Willen der Regerung zwölf der 42 Siedlungen auf Hügeln räumen, die nach dem Abkommen von Wye gegründet wurden. Die Palästinenser verlangen dagegen, dass alle 42 Siedlungen geräumt werden.

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