22 Tage nach der US-Wahl : Trump will Verkehrsministerin mit direktem Draht ins Parlament

Elaine Chao soll ein Ressort leiten, in dem viel Geld fließt. Trump will in die Infrastruktur investieren. Und sie hat einen direkten Draht in den Kongress. Eine Analyse.

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Eine Frau mit Vorzügen für Donald Trump: Asiatin mit gutem Draht in den Kongress.
Eine Frau mit Vorzügen für Donald Trump: Asiatin mit gutem Draht in den Kongress.Foto: imago

Allmählich findet Donald Trump die Balance. In der nun fast täglich wachsenden Regierungsmannschaft, in der anfangs nur ältere weiße Männer saßen, ist Elaine Chao die erste Asiatin, aber bereits die dritte Frau nach Betsy DeVos und Nikki Haley. Womöglich wird sie richtig Einfluss nehmen auf die Entwicklung der USA. Sie soll das Verkehrsministerium leiten. Und Trump will so richtig investieren in die Infrastruktur - auch um Jobs zu schaffen und das Wirtschaftswachstum anzukurbeln.

Keine neuen Schulden? Vielleicht hilft der Ehemann

Bisher gibt es da vor allem ein Hindernis. Wie will er das finanzieren? Etwa aus neuen Schulden? Dagegen sind die "Deficit Hawks" im Kongress, ganz voran "Speaker" Paul Ryan. Elaine Chao hat freilich einen direkten Draht ins Parlament. Ihr Ehemann ist Mitch McConnell, der Mehrheitsführer im Senat, der zweiten Kongresskammer. Wird er ein gutes Wort bei Ryan einlegen, nicht allzu streng auf die Aufnahme neuer Staatsanleihen zu schauen, die den Schuldenberg vergrößern?

Chao macht sich auch aus anderem Grund gut in der Kabinettsliste. Die 63-Jährige ist Einwanderin der ersten Generation. Sie kam im Alter von acht Jahren aus Taiwan in die USA. Solche Biografien haben vor Trump schon andere republikanische Präsidenten angezogen, weil sie schön zum konservativen Narrativ passen, dass in Amerika jede und jeder seine Aufstiegschance erhält, unabhängig von der Herkunft und Hautfarbe. Ronald Reagan gab ihr ein White-House-Stipendium.

Acht Jahre Arbeitsministerin unter George W. Bush

George W. Bush machte sie zur Arbeitsministerin - das einzige Kabinettsmitglied, das die ganzen acht Jahre blieb. In der Zeit tat sie sich zwar nicht als Vorkämpferin von Arbeitnehmerrechten hervor. Aber sie hat sich auch nicht in einer Weise angreifbar gemacht, die nun ihre Anhörung im Senat als Kandidatin für Trumps Team gefährden könnte. Derzeit rechnet man in Washington mit einer problemlosen Bestätigung Chaos. Und politisch gilt sie als energisch und durchsetzungstark.

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