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34. Evangelischer Kirchentag geht zu Ende : Zehntausende nehmen an Abschlussgottesdienst teil

Der 34. Evangelischer Kirchentag ging am Sonntag mit einem Open-Air-Gottesdienst zu Ende. Seit Mittwoch diskutierten auf dem fünftägigen Glaubensfest etwa 120 000 Teilnehmer über globale Gerechtigkeit, Bewahrung der Schöpfung und verantwortungsvolles Wirtschaften.

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Mit einem Abschlussgottesdienst unter freiem Himmel geht am Sonntag der 34. Deutscher Evangelischer Kirchentag in Hamburg zu Ende. Am Vortag verfolgen zahlreiche Besucher ebenfalls unter freiem Himmel den Vortrag von SPD-Kanzlerkandidat Steinbrück.
Mit einem Abschlussgottesdienst unter freiem Himmel geht am Sonntag der 34. Deutscher Evangelischer Kirchentag in Hamburg zu Ende....Foto: dpa

Mit einem Abschlussgottesdienst im Hamburger Stadtpark ging am Sonntag der 34. Evangelische Kirchentag zu Ende. Das Christentreffen boomt: Über 800 000 Menschen besuchten die mehr als 2500 Vorträge, Podiumsdiskussionen, Gottesdienste, Workshops und Konzerte. „Der Kirchentag ist unser Basislager, das uns an Leib und Seele gestärkt wieder in den Alltag sendet“, sagte der EKD-Ratsvorsitzende Nikolaus Schneider. Die fünf Tage seien ein Fest des Wir-Gefühls und der Mitmachkultur gewesen, sagte Kirchentags-Generalsekretärin Ellen Ueberschär. Mit dem biblischen Motto „Soviel du brauchst“ habe man dem Thema Gerechtigkeit „eine neue Perspektive zugefügt“. Jeder Einzelne könne die Botschaft mitnehmen und im beruflichen wie persönlichen Leben herausfinden, wo es zu viel und zu wenig ist. „Gerechtigkeit entsteht, wenn die Würde des Anderen zum eigenen Maß wird. Wenn wir die Gemeinschaft mitdenken, ist die Gier draußen“, so Ueberschär.

Ob es gerecht ist, dass die Kirchen ein eigenes Arbeitsrecht haben, darüber stritten am Samstag auf dem Kirchentag Verdi-Chef Frank Bsirske und Kirchentags-Präsident Gerhard Robbers. Die 1,3 Millionen kirchlichen Arbeitnehmer dürfen nicht streiken, ihre Löhne werden nicht in Tarifverhandlungen ausgehandelt, sondern in paritätisch besetzten Kommissionen festgelegt. Im November 2012 hatte das Bundesarbeitsgericht Streiks in kirchlichen Einrichtungen und die Beteiligung von Gewerkschaften unter bestimmten Umständen erlaubt. Verdi hat gegen das Urteil Verfassungsbeschwerde eingelegt, weil es nicht weit genug gehe. In Hamburg beharrte Bsirske auf seiner Position: „Wir wollen die gleichen Rechte, wie sie anderen Arbeitnehmern auch zustehen und im Zweifelsfall auch streiken dürfen.“ Caritas und Diakonie seien größtenteils staatlich finanziert, es sei nicht einzusehen, weshalb sie beim Arbeitsrecht einen Sonderweg gehen. „Wir sind kein stinknormaler Arbeitgeber“, entgegnete Kirchentags-Präsident Robbers, der auch als Verfassungsrechtler den Standpunkt der Kirchen vertritt. Er kündigte an, die Kirche werde vor den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte ziehen, sollte Verdi vor dem Verfassungsgericht ein Streikrecht durchsetzen.

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