40. Todestag : Merkel würdigt Adenauers "historische Verdienste"

Mit einer Kranzniederlegung in Rhöndorf und einem Treffen mit seinen Nachfahren hat Kanzlerin Merkel ihrem Vorgänger Konrad Adenauer gedacht, der heute vor 40 Jahren starb.

Rhöndorf - Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat zum 40. Todestag die Leistungen Konrad Adenauers als erstem Kanzler der Bundesrepublik Deutschland gewürdigt. Mit Prinzipientreue und seinem am christlichen Menschenbild orientierten Handeln habe er sich für die Menschen in Deutschland "historische Verdienste" erworben, sagte Merkel bei Gedenkfeierlichkeiten in Adenauers Heimatort Rhöndorf bei Bonn. Adenauers Kompass seien "Freiheit, Solidarität und Gerechtigkeit" gewesen. Sein Erbe müsse behütet und "als Verpflichtung für unser eigenes Handeln" begriffen werden. Der erste CDU-Bundesvorsitzende regierte von 1949 bis 1963 und starb am 19. April 1967 im Alter von 91 Jahren.

Für die Union sei der Todestag Adenauers ein "wichtiger Tag", sagte Merkel nach einem Treffen mit der Familie bei einem Empfang im Bundeskanzler-Adenauer-Haus. Mit seinem Namen seien die Gründung der Volkspartei und Weichenstellungen für den Weg der Bundesrepublik verbunden gewesen. Dazu zählten die Westbindung, die Aussöhnung mit Frankreich und Israel, die transatlantische Partnerschaft, Demokratie und Freiheit, soziale Marktwirtschaft, das Festhalten an der deutschen Einheit und die europäische Integration. "All das prägt bis heute das Bild eines erfolgreichen und in der Völkergemeinschaft geachteten Deutschlands."

Nazi-Repressionen am eigenen Leib erfahren

In der Nazi-Zeit habe Adenauer am eigenen Leib erfahren, was es bedeute, seinen christlichen-demokratischen Überzeugungen treu zu bleiben, sagte die Kanzlerin. Er sei als Oberbürgermeister von Köln abgesetzt worden, später auch in Gestapo-Haft gewesen. Nach dem Krieg - der Bundestag wählte ihn 1949 mit einer Stimme Mehrheit zum Kanzler - habe er Deutschland trotz großer Widerstände innerhalb kürzester Zeit zu einem geachteten Mitglied der internationalen Staatengemeinschaft gemacht.

Das frühere Domizil Adenauers in Rhöndorf ist vom Bund mit der Stiftung Bundeskanzler-Adenauer-Haus als erste Politiker-Gedenkstätte eingerichtet worden. Auch das private Wohnhaus mit dem Garten am Hang des Siebengebirges und malerischem Blick über das Rheintal sind für Besucher geöffnet. (tso/dpa)

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