Politik : 50 Jahre Wärme

Robert von Rimscha

Foto: Rückeis / Montage: DP

HINTER DEN LINDEN

Oben links steht „Trabi“. Darunter ist ein Trabant zu sehen. Oben rechts steht „Ford“. Darunter ist der Ex-US-Präsident dieses Namens zu sehen. Mit seinen ganz eigenen Assoziationen zu 50 Jahren deutsch-amerikanischer Beziehungen illustrierte Richard Posner, Künstler aus Los Angeles und Gastprofessor an der Berliner Universität der Künste, am Montagabend ein Jubiläum. Im Berliner Ensemble wurde der 50. Geburtstag der „Berliner Seminare“ gefeiert, eine der Kernaktivitäten der Fulbright-Stiftung. Posner selbst kam bereits dreimal mit Fulbright nach Europa. Mit ihm arbeiteten tausende Studenten, Professoren und Künstler aus den USA in Deutschland. Und umgekehrt hat Fulbright tausende deutsche Nachwuchs- und Führungskräfte nach Amerika geschickt.

Posners fotografische Impressionen sorgten für viele Lacher. Locker-amerikanisch trat auch der Festredner auf, Ex-Forschungsminister Heinz Riesenhuber. Dem bescheinigten mehrere Zuhörer, selten habe es einen im Stil so amerikanischen Vortrag eines deutschen Politikers gegeben – mit so starkem deutschem Akzent. Riesenhuber verzichtete auf jeden Notizzettel und bog erst einmal sein Mikrofon weg vom Rednerpult, um neben und vor diesem sprechen zu können. Gestikulierend, mal ins Parkett und mal in den Rang blickend. Seine Botschaft: ein Hoch auf den freien Geist der Wissenschaft, die befruchtende Begegnung der klügsten Köpfe und die Neugier. Wie er einen richtigen Spaceshuttle nach Deutschland geholt habe, erinnerte sich Riesenhuber. Wie man mit ein paar tausend Besuchern gerechnet habe und dann hunderttausende kamen. Da wurde es den Zuhörern ganz warm ums Herz.

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