Politik : 8. Ein abgehärteter Abenteurer

Er war ein mutiger, ein ehrgeiziger und draufgängerischer Mann, der sich selbst viel zumutete und wenig Rücksicht auf andere nahm. Schon in seiner Jugend schwebte ihm vor, was er im Leben machen wollte: Er wollte reisen, entdecken, forschen, darüber schreiben, und er wollte irgendwo der Erste sein. Geboren wurde er in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts in einem nordeuropäischen Land. Die dominierende Person in der Familie war die Mutter. Sie bestand auf einer guten Erziehung des Sohnes und darauf, dass er das Abitur machte. Sein ungeliebtes Medizinstudium brach er sofort nach dem Tod seiner Mutter ab. Da war er 21 Jahre alt und begann sich auf die Verwirklichung seines Lebenstraumes vorzubereiten.

Bei Ski-Wanderungen trainierte er Durchhaltevermögen, machte sein Steuerpatent und heuerte auf Walfänger-Schiffen an. Drei Jahre lang studierte er in Deutschland am Marine-Observatorium. Dann brach er zu einer Expedition auf, die ihn berühmt machte. Finanzielle Spekulationen trieben ihn in den Bankrott. Nur mit Hilfe reicher Freunde konnte er überleben, wurde verbittert und zum Menschenfeind. Trotzdem beteiligte er sich an der Suchaktion für einen ehemaligen Kollegen, der verunglückt war und die er selbst nicht überlebte. Er wurde nur 56 Jahre alt.

Auflösung

Roald Amundsen (1872 - 1928), norwegischer Polarforscher geboren in Borge/Norwegen, 1897 erste Seefahrten zum nördlichen Eismeer, 1900 bis 1903 Studium in Deutschland am Marine-Observatorium, am 14. Dezember 1911 als Erster am Südpol. Bei der Beteiligung an der Rettungsaktion für den im Treibeis abgestürzten Piloten Umberto Nobile ist das Flugzeug mit Amundsen vor Spitzbergen verschollen. ()

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