Politik : Ab 2003 für die ersten Schüler einheitliche Standards

Kultusminister wollen Einhaltung der Bildungsvorgaben kontrollieren

Bärbel Schubert

Würzburg. Als Konsequenz aus dem schlechten Abschneiden deutscher Schüler beim internationalen Leistungstest Pisa wollen die Kultusminister jetzt doch schneller als angekündigt einheitliche Bildungsstandards vorlegen. Schon im kommenden Jahr sollen die ersten verbindlichen Vorgaben für Schüler bundesweit fertig werden, beschlossen die Kultusminister bei einer Plenarversammlung am Freitag in Würzburg.

Eine gemeinsame „Bildungseinrichtung“ soll die Einhaltung dieser Standards überprüfen. Offen ist, wer den Auftrag dafür bekommt und ob die Länder die Details in Verwaltungsabkommen oder in einem Staatsvertrag regeln werden. Bis zum Abschluss eines Staatsvertrages würden erfahrungsgemäß mehrere Jahre vergehen.

Außerdem wollen die Kultusminister mit einem regelmäßigen Bildungsbericht die Öffentlichkeit künftig besser informieren – erstmals im Herbst 2003.

„Aus einem Bummelzug ist ein ICE geworden“, lobte Berlins Schulsenator Klaus Böger (SPD) das neue Tempo bei der Erarbeitung der Bildungsstandards. „Wichtig ist, dass es so auch weitergeht und wir eine Verbindlichkeit erreichen“, kommentierte die rheinland-pfälzische Bildungsministerin Doris Ahnen (SPD) die Beschlüsse. Wissenschaftler sollen an der inhaltlichen Ausarbeitung der Bildungsstandards mitwirken. Auch die Hochschulen und die Wirtschaft sollen einbezogen werden.

Mit den Standards soll überprüft werden, ob die Schulen ihren Schülern tatsächlich das vorgegebene Wissen jeweils bis zum Abschluss bestimmter Klassen und Stufen vermitteln. Der innerdeutsche Schulvergleich bei Pisa hatte große Leistungsunterschiede auch zwischen den Bundesländern gezeigt. Allerdings kamen im internationalen Vergleich auch die Besten von ihnen nicht über das Mittelfeld hinaus.

Verzögerungen gibt es dagegen bei der geplanten Veröffentlichung der noch ausstehenden Ergebnisse des Bundesländervergleichs Pisa-E. Die Wissenschaftler um den Berliner Bildungsforscher Jürgen Baumert wollen die abschließende Auswertung nun doch nicht wie ursprünglich geplant Ende November vorlegen, sondern erst zu einem späteren Zeitpunkt.

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