Abchasien : 50.000 Menschen demonstrieren für Unabhängigkeit

Die abtrünnige georgische Provinz Abchasien will sich der russischen Föderation anschließen. Tausende Menschen protestierten gegen Georgien Umgang mit der ebenfalls nach Unabhängigkeit strebende Provinz Südossetien. Der Militäreinsatz sei eine "Bankrott-Erklärung".

Moskau In der von Georgien abtrünnigen Region Abchasien haben mehr als 50.000 Demonstranten eine internationale Anerkennung der einseitig erklärten Unabhängigkeit gefordert. Bei der Großveranstaltung in der Hauptstadt Suchumi warfen Redner der Führung in Tiflis einen "Blitzkrieg" gegen die abtrünnigen Gebiete vor. In Sprechchören und auf Transparenten forderten Teilnehmer den Rücktritt des georgischen Präsidenten Michail Saakaschwili, wie die Agentur Interfax meldete. In der Menge waren auch zahlreiche russische Flaggen zu sehen.

Nach dem Südkaukasus-Krieg könnten die Abchasen nicht mehr in einem Staat mit Georgiern leben, sagte der Parlamentsvorsitzende Nugsar Aschuba. Eine internationale Anerkennung von Abchasien würde die Region sicherer machen. Die Politologin Natella Akaba warf der internationalen Gemeinschaft vor, der Aufrüstung Georgiens tatenlos zugesehen zu haben. "Sogar jetzt, nach dieser ungeheuren Bankrott-Erklärung des Saakaschwili-Regimes, unterstützt sie die revanchistischen Bestrebungen eines Nato-Beitritts Georgiens", kritisierte sie. Der international nicht anerkannte Präsident von Abchasien, Sergej Bagapsch, dankte Russland für seine Hilfe.

Am Mittwoch hatte das Parlament in Suchumi Moskau offiziell aufgefordert, die Unabhängigkeit der Region anzuerkennen. Am Donnerstag schloss sich die abchasische Volksversammlung dem Aufruf an. Langfristig wünscht Abchasien eine Aufnahme in die Russische Föderation. Georgien lehnt dies strikt ab. Laut Kremlchef Dmitri Medwedew unterstützt Russland grundsätzlich jede Entscheidung der abtrünnigen Regionen Abchasien und Südossetien. Russische Medien spekulierten, ob das Parlament in Moskau nicht schon nächste Woche in einer bereits angesetzten Sondersitzung über die Anerkennung entscheiden wird. (lee/dpa)

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