Politik : Aber knallhart!

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Es gibt leider keine aktuelle Umfrage, die es bestätigen könnte – deshalb müssen wir es einfach behaupten: 79 Prozent aller Deutschen über 18 Jahre haben sich für 2007 vorgenommen, denen da oben mal die Meinung zu sagen, aber knallhart! Keine Ausflüchte, keine Entschuldigungen!

Dieses Vorhaben könnte allenfalls daran scheitern, dass die da oben so schwer zu fassen sind und sich hinter Vorzimmern und Telefonzentralen wirksam verschanzen. Doch es naht Hoffnung, denn unsere Bundeskanzlerin, bis über die Ohren in die elektronische Intelligenz verknallt, möchte angeblich die Rufnummer 115 zum Notruf bei Behördenärger aufrüsten. Die Nummer 115 – das wissen gelernte DDR-Bürger – verband seinerzeit mit der schnellen medizinischen Hilfe; nun soll sie uns nicht mehr vor Herzinfarkt, sondern vor der Bürokratie retten. 115 – da werden wir wirklich geholfen, sieben Tage, 24 Stunden. Brutalstmöglich sogar, denn irgendwie scheint auch Roland Koch in das Projekt verstrickt zu sein.

Es handelt sich um eine titanische Aufgabe, selbst für ihn. „Behördennotruf, guten Tag, was kann ich für Sie tun?“

„Ja, also, ich würd mal sagen, diese Schlaglöcher auf der Bernauer Straße machen mir ja das ganze Auto …“

„Oh, kein Problem, ich geb Ihnen mal die Nummer vom Tiefbauamt Rei…“

„Da hab ich schon zehn Mal angerufen. Die haben kein Geld.“ Warteschleife, klingklangklong.

Falls wir den aus New York entlehnten Ehrenkodex des Behördentelefons ernst nehmen, muss der Bedienstete nun selbst mit dem Teerkocher rausfahren und die Schlaglöcher zuschmieren. Das mag ein paar Mal gelingen, doch dann werden die Wartezeiten bei der 115 länger und länger werden, bis schließlich der gesamte öffentliche Dienst zum Hörerabnehmen und anschließenden Löcherzuschmieren abkommandiert wird.

Was, genau betrachtet, der auch schon heute geltende Zustand ist, nur eben mit lauter verschiedenen Nummern. Und, dass dann vor lauter Telefonklingeln überhaupt kein Behördenmitarbeiter mehr zum Arbeiten kommt. Schade, dass es die 115 noch nicht gibt. Denn dann könnten wir anrufen und fragen, ob das wirklich ernst gemeint ist.

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