Politik : AEG-Werk schließt – 1750 Jobs weg

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Berlin - Der monatelange Kampf der AEG-Beschäftigten in Nürnberg um ihre Arbeitsplätze hat keinen Erfolg gehabt. Der schwedische Electrolux-Konzern, zu dem das AEG-Werk gehört, teilte am Montag mit, dass die Produktion bis Ende 2007 nach Italien und Polen verlagert werde. Zur Begründung wurden die Kosten in Nürnberg angeführt. Es sei kein Weg erkennbar gewesen, um die dortige Produktion wettbewerbsfähig zu machen. Betroffen sind rund 1750 Beschäftigte. Die IG Metall hatte Electrolux zu großes Profitstreben und Managementfehler vorgeworfen. Der Konzern dagegen klagt über den starken Preisverfall bei so genannter weißer Ware wie Kühlschränken, Waschmaschinen und Wäschetrocknern.

Die IG Metall kündigte gleichzeitig an, in die Tarifverhandlungen für die Metall- und Elektroindustrie mit Forderungen nach Lohnsteigerungen von bis zu fünf Prozent zu gehen. Martin Kannegiesser, Präsident des Arbeitgeberverbands Gesamtmetall, sagte, dies sei „eine schlechte Nachricht für die Beschäftigung in Deutschland“. Durch einen „unzeitgemäßen Tarifabschluss“ würde der Verlagerungsdruck auf die Unternehmen dramatisch steigen.

Die Gewerkschaft Verdie machte wiederum Druck auf die Versicherer. Die Beschäftigten bei der Hamburg-Mannheimer wurden zu einem ganztägigen Warnstreik aufgerufen. Die Tarifverhandlungen in der Branche gehen am 21. Dezember in die vierte Runde. Außerdem organisierte Verdi den Protest von Mitarbeitern der Deutschen Telekom gegen den geplanten Abbau von 32 000 Stellen im Konzern – parallel zu einer Sitzung des Aufsichtsrats. Auch vor dem Roten Rathaus in Berlin versammelten sich Telekom-Beschäftigte zu einer Kundgebung. Verdi-Chef Frank Bsirske sprach von einem „Zeichen der Empörung“. Die Gewerkschaft wolle den Einschnitten nicht einfach zusehen, während der Konzern Rekordgewinne erziele. Gegen die Stimmen der Arbeitnehmervertreter stimmte der Aufsichtsrat jedoch den Stellenabbauplänen des Telekom-Vorstands zu. hop

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