Ägypten : Lebenslänglich für Mubarak - wütende Ägypter protestieren
02.06.2012 14:03 UhrEin Strafgericht in Kairo hat Ägyptens Ex-Präsident Husni Mubarak wegen der Mitschuld an den tödlichen Schüssen auf mehr als 800 Demonstranten zu lebenslanger Haft verurteilt. Damit ist der 84-Jährige als erster arabischer Herrscher für seine Taten von der Justiz bestraft worden. Mubarak kann gegen das Urteil Einspruch einlegen. Die Staatsanwaltschaft hatte die Todesstrafe gefordert.
Nach dem Urteilsspruch kam es in mehreren Städten zu Protestdemonstrationen. Die meisten Demonstranten in Kairo, Alexandria und Suez kritisierten, dass Mubarak nicht zum Tode verurteilt worden war.
Sie protestierten außerdem dagegen, dass der Richter sechs ehemalige Funktionäre des Sicherheitsapparates freigesprochen hatte. Auch Mubaraks Söhne, Alaa und Gamal, wurden vom Vorwurf der Korruption freigesprochen. Die beiden bleiben aber in Untersuchungshaft, weil sie noch in weiteren Verfahren angeklagt sind.
Das Strafgericht in Kairo hatte neben Mubarak auch den früheren Innenminister Habib al-Adli wegen der Mitschuld am Tod von über 800 Demonstranten zu lebenslanger Haft verurteilt.
Wie unser Karikaturist den Abgang von Mubarak sah:
Die Staatsanwaltschaft will nach Informationen des Nachrichtensenders Al-Arabija das Urteil gegen Mubarak anfechten. Ein Kassationsgericht müsse entscheiden, ob der Prozess wegen formaler Mängel vor einem anderen Gericht wiederholt werde, hieß es.
Der 84 Jahre alte Mubarak wurde nach seiner Verurteilung in die Intensivstation eines Gefängniskrankenhauses gebracht. Bei seiner Einweisung ins Gefängnis brach der 84-Jährige in Tränen aus, nachdem er bei der Urteilsverkündung noch gefasst reagiert hatte. Mubarak weigerte sich Sicherheitskreisen zufolge, den Hubschrauber zu verlassen, der ihn ins Gefängniskrankenhaus brachte. Er bat die Beamten unter Tränen, ihn zurück in das Militärkrankenhaus zu bringen, wo er seit Beginn des Prozesses am 3. August in einer Präsidentensuite untergebracht war. Seine Eskorte brauchte 30 Minuten, um Mubarak schließlich doch dazu zu bringen, den Hubschrauber zu verlassen.






















