Ägypten : Lebenslänglich für Mubarak - wütende Ägypter protestieren

02.06.2012 14:03 Uhr
  • Mit dem Urteil wird Mubarak für den Tod von mehr als 800 Demonstranten mit verantwortlich gemacht. Seine Augen verbirgt der Ex-Machthaber im Prozess hinter den dunklen Gläsern einer Sonnenbrille. Foto: dapd
    Mit dem Urteil wird Mubarak für den Tod von mehr als 800 Demonstranten mit verantwortlich gemacht. Seine Augen verbirgt der Ex-Machthaber im Prozess hinter den dunklen Gläsern... - Foto: dapd
  • 2. Juni 2012: Der frühere ägyptische Machthaber Husni Mubarak wird zu lebenslanger Haft verurteilt. Blick in den Gerichtssaal bei der Verkündung des Urteils. Foto: Reuters
    2. Juni 2012: Der frühere ägyptische Machthaber Husni Mubarak wird zu lebenslanger Haft verurteilt. Blick in den Gerichtssaal bei der Verkündung des Urteils. - Foto: Reuters
  • 30 Jahre lang hielt sich der ägyptische Ex-Präsident an der Macht. Sein politisches Ende zeichnete sich im Zuge der ägyptischen Revolution ab. Er versuchte sich mit Gewalt an der Macht zu halten. Die monatelangen blutigen Auseinandersetzungen kosteten hunderten Ägyptern das Leben. Foto: AFP
    30 Jahre lang hielt sich der ägyptische Ex-Präsident an der Macht. Sein politisches Ende zeichnete sich im Zuge der ägyptischen Revolution ab. Er versuchte sich mit Gewalt an der... - Foto: AFP

Update Lebenslänglich statt Todesstrafe: Nach dem Urteilsspruch protestieren wütende Ägypter gegen die Entscheidung des Richters. Mubarak nahm das Urteil gefasst entgegen. Bei seiner Einlieferung ins Gefängniskrankenhaus kamen dem früheren Machthaber allerdings die Tränen.

Ein Strafgericht in Kairo hat Ägyptens Ex-Präsident Husni Mubarak wegen der Mitschuld an den tödlichen Schüssen auf mehr als 800 Demonstranten zu lebenslanger Haft verurteilt. Damit ist der 84-Jährige als erster arabischer Herrscher für seine Taten von der Justiz bestraft worden. Mubarak kann gegen das Urteil Einspruch einlegen. Die Staatsanwaltschaft hatte die Todesstrafe gefordert.

Nach dem Urteilsspruch kam es in mehreren Städten zu Protestdemonstrationen. Die meisten Demonstranten in Kairo, Alexandria und Suez kritisierten, dass Mubarak nicht zum Tode verurteilt worden war.

Sie protestierten außerdem dagegen, dass der Richter sechs ehemalige Funktionäre des Sicherheitsapparates freigesprochen hatte. Auch Mubaraks Söhne, Alaa und Gamal, wurden vom Vorwurf der Korruption freigesprochen. Die beiden bleiben aber in Untersuchungshaft, weil sie noch in weiteren Verfahren angeklagt sind.

Das Strafgericht in Kairo hatte neben Mubarak auch den früheren Innenminister Habib al-Adli wegen der Mitschuld am Tod von über 800 Demonstranten zu lebenslanger Haft verurteilt.

Wie unser Karikaturist den Abgang von Mubarak sah:

Die Staatsanwaltschaft will nach Informationen des Nachrichtensenders Al-Arabija das Urteil gegen Mubarak anfechten. Ein Kassationsgericht müsse entscheiden, ob der Prozess wegen formaler Mängel vor einem anderen Gericht wiederholt werde, hieß es.

Der 84 Jahre alte Mubarak wurde nach seiner Verurteilung in die Intensivstation eines Gefängniskrankenhauses gebracht. Bei seiner Einweisung ins Gefängnis brach der 84-Jährige in Tränen aus, nachdem er bei der Urteilsverkündung noch gefasst reagiert hatte. Mubarak weigerte sich Sicherheitskreisen zufolge, den Hubschrauber zu verlassen, der ihn ins Gefängniskrankenhaus brachte. Er bat die Beamten unter Tränen, ihn zurück in das Militärkrankenhaus zu bringen, wo er seit Beginn des Prozesses am 3. August in einer Präsidentensuite untergebracht war. Seine Eskorte brauchte 30 Minuten, um Mubarak schließlich doch dazu zu bringen, den Hubschrauber zu verlassen.

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