Politik : Ändert Bush seine Klimapolitik? US-Experten: Mensch schuld an Erderwärmung

Dagmar Dehmer

Washington/Berlin - Die USA zweifeln offenbar nicht mehr daran, dass die globale Klimaerwärmung vom Menschen verursacht ist. Am Mittwoch hat die vom Weißen Haus eingesetzte US-Klimaforschungsgruppe (CCCP) ihren jüngsten Bericht an den Kongress geschickt. James R. Mahoney, Chef der CCCP, kommentierte den Bericht als „bestmögliche wissenschaftliche Information, um dem Klimawandel zu begegnen“. Der Bericht werde Politik und Wirtschaft helfen, „auf den Klimawandel zu reagieren“.

Die wichtigste Erkenntnis: Die Erwärmung der Erdatmosphäre seit 1970 lässt sich nicht mehr mit natürlichen Verschiebungen und dem Einfluss der Sonnenaktivität erklären. Die zweite Erkenntnis: Die Annahme, dass die USA von der Erwärmung überwiegend profitieren, ist nur teilweise richtig. Mahoney und seine Kollegen gehen zwar davon aus, dass die Wälder wegen des höheren Angebots des Treibhausgases Kohlendioxid schneller wachsen werden. Für die Landwirtschaft hat das allerdings nicht nur positive Auswirkungen. Denn vor allem aggressive Unkräuter wachsen unter diesen Bedingungen schneller als die Nutzpflanzen.

Präsident George W. Bush hatte die Klimaforscher eingesetzt, nachdem er erklärt hatte, dass die USA sich dem Klimaschutzabkommen von Kyoto nicht anschließen werden. Sein Energieminister, Spencer Abraham, hat dem Kongress nun einen Begleitbrief geschrieben, der darauf schließen lässt, dass zumindest er keinen wissenschaftlichen Zweifel mehr daran hat, dass der Mensch an der Erderwärmung schuld ist. Deshalb dürfte es Bush dieses Mal schwerer fallen, den Bericht als etwas abzutun, „das aus der Bürokratie kommt“, wie er das vor zwei Jahren tat, als ein ähnlicher Bericht auf dem Tisch lag.

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