Afghanistan : NATO bereitet Abzug 2014 vor

Der NATO-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen bereitet den Abzug der Truppen zum Ende des Jahres vor. Grund dafür ist Afghanistans Präsident Hamid Karsai, welcher sich weigert das legitimierende Abkommen zu unterzeichnen.

NATO-Generalsekretär Rasmussen
NATO-Generalsekretär RasmussenFoto: John Thys/AFP

Angesichts der ausbleibenden Unterzeichnung eines Sicherheitsabkommens mit Afghanistan bereitet die NATO auch einen Abzug ihrer Truppen zum Jahresende vor. „Unsere Militärs planen für alle Eventualitäten“, sagte NATO-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen am Mittwoch vor einem Treffen der NATO-Verteidigungsminister in Brüssel. Ein Abzug sei nicht der Wunsch des Bündnisses und die NATO sei weiterhin zu einer Trainingsmission für die afghanische Armee nach Ende 2014 bereit, betonte Rasmussen.

"Aber wenn es keine rechtliche Grundlage gibt, werden wir dazu nicht in der Lage sein, und wir werden alle unsere Soldaten und die gesamte Ausrüstung zum Jahresende 2014 abziehen müssen“, warnte Rasmussen.

Dies könne das „unglückliche Ergebnis“ sein, wenn das Abkommen über den Verbleib der ausländischen Truppen nicht von afghanischer Seite unterschrieben werde. „Deswegen rufe ich die afghanischen Vertreter erneut auf, das Sicherheitsabkommen zu unterzeichnen“, fügte der NATO-Generalsekretär hinzu.

Der künftige Einsatz der NATO am Hindukusch ist Thema auf dem zweitägigen Treffen der NATO-Verteidigungsminister in Brüssel. Die Militärallianz und die afghanische Regierung haben vereinbart, dass alle ausländischen Kampftruppen bis Ende 2014 abziehen. Eine internationale Ausbildungs- und Unterstützungsmission soll Afghanistan dann in den folgenden Jahren weiter stabilisieren.

Karsai will Entscheidung aussitzen

Das zwischen Washington und Kabul mühsam ausgehandelte Sicherheitsabkommen regelt den Verbleib von US-Soldaten im Land. Zugleich gilt es als Vorlage für Deutschland und die anderen an dem Nachfolgeeinsatz beteiligten Staaten - und ist somit von grundlegender Bedeutung für die künftige Truppenpräsenz in dem Krisenstaat. Der afghanische Präsident Hamid Karsai weigert sich jedoch, das Abkommen zu unterzeichnen, er will dies seinem Nachfolger nach den Präsidentschaftswahlen im April überlassen.

Die NATO befürchtet, dass dadurch die Zeit knapp wird, um entweder für einen Verbleib in Afghanistan oder einen Abzug zu planen. US-Präsident Barack Obama drohte Karsai daher nun mit dem Abzug aller Truppen bis zum Jahresende. In einem Telefonat mit Karsai machte Obama nach Angaben des Weißen Hauses am Dienstag deutlich, dass er das Pentagon mit entsprechenden Planungen beauftragt habe.

„Je mehr Zeit vergeht, vor um so mehr Herausforderungen stehen wir bei der Planung unserer zukünftigen Präsenz in Afghanistan“, sagte Rasmussen. (AFP)

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