Politik : Afghanistan: Nordallianz will verhandeln

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Die inzwischen weite Teile Afghanistans beherrschende Nordallianz hat zugestimmt, dass die Verhandlungen über die künftige Regierung auf neutralem Boden stattfinden, möglicherweise in Bonn. Nach anfänglichem Beharren auf Kabul als Konferenzort sagte ihr Außenminister Abdullah Abdullah am Sonntag in Taschkent, alle von den UN vorgeschlagenen Treffpunkte in Deutschland, Österreich oder der Schweiz seien akzeptabel. Eine Sprecherin des Auswärtigen Amtes sagte in Berlin, sollte es auf eine Konferenz in Bonn zulaufen, sei man gerne bereit, diese auszurichten. Nach pausenlosen schweren Luftangriffen der USA boten die eingeschlossenen Taliban-Kämpfer in Kundus am Sonntag ihre Kapitulation an. Verwirrung gab es unterdessen um einen möglichen Abzug britischer Truppen aus Afghanistan. "Wir werden jetzt nicht davonlaufen", sagte der britische Verteidigungsminister Geoff Hoon am Sonntag in der BBC. In einem Interview mit dem "Observer" hatte Hoon zuvor jedoch erklärt, die Situation der 100 Soldaten der "Special Boat Services" in Bagram bei Kabul sei "ziemlich brenzlig" und die Soldaten würden abgezogen, "wenn sie ihre Arbeit erledigt haben". Nach in London nicht bestätigten Meldungen hatte die Jamiat-e-Islami Fraktion der Nordallianz den Abzug der Briten gefordert, weil sie ohne Erlaubnis gekommen seien. Das Londoner Außenministerium erklärte dagegen, der Außenminister der Nordallianz, Abdullah Abdullah, sei mit dem Einsatz "völlig einverstanden". Offiziell soll der Vortrupp den ehemaligen sowjetischen Militärflughafen für reguläre diplomatische und humanitäre Flüge nach Kabul sichern. Trotz der zunehmenden Auflösung des Taliban-Regimes fehlt weiter jede Spur von Osama bin Laden. Die vier deutschen Shelter-Now-Mitarbeiter, kehrten am Sonntag nach Deutschland zurück.

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