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Afghanistan : Zwei Bundeswehrsoldaten sterben bei Selbstmordanschlag

Die Bundesregierung hat den Terrorakt im nordafghanischen Talokan verurteilt. Bei dem Selbstmordattentat kamen am Samstag zwei Bundeswehrsoldaten ums Leben. Fünf weitere wurden verletzt, einer davon schwer.

Die Bundeswehr stellt einen Großteil der Isaf-Einsatzkräfte in Nordafghanistan.
Die Bundeswehr stellt einen Großteil der Isaf-Einsatzkräfte in Nordafghanistan.Foto: DAPD

Bei einem Selbstmordanschlag der Taliban in Nordafghanistan sind nach Angaben der Bundesregierung zwei deutsche Soldaten getötet worden. Fünf weitere deutsche Soldaten wurden verletzt, einer davon schwer. Unter den Verwundeten ist auch der Kommandeur der Internationalen Schutztruppe Isaf in Nordafghanistan, der deutsche General Markus Kneip. Er ist aber nur leicht verletzt.

Der Anschlag vom Samstag, zu dem sich die Taliban bekannten, richtete sich gegen ein Treffen ranghoher Sicherheitskräfte in der Stadt Talokan. Insgesamt sollen dabei sieben Menschen getötet worden sein. Die afghanischen Behörden sprachen zunächst von drei getöteten Deutschen. Mindestens einer der Attentäter soll sich in Polizeiuniform Zutritt verschafft haben.

Der Anschlag wurde in der östlich von Kundus gelegenen Provinz Tachar verübt. Verteidigungsminister Thomas de Maizière (CDU) sagte am Samstagabend in Berlin, es sei das erste Mal, dass ein deutscher General in Afghanistan zu Schaden kam. De Maizière forderte die Deutschen in der Heimat auf, „gerade jetzt unseren Einsatz in Afghanistan zu unterstützen.“ Zweifel seien erlaubt und sogar angebracht. Doch: „Wir wissen, dass wir auf dem richtigen Weg sind.“ Mit dem Anschlag in Talokan stieg die Zahl der insgesamt in Afghanistan ums Leben gekommenen Bundeswehrsoldaten auf 50. 32 von ihnen starben bei Gefechten oder Anschlägen.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) nahm die Nachricht vom Tod der deutschen Soldaten „schockiert und traurig“ auf. „Dieser terroristische Anschlag zeigt eine mörderische Menschenverachtung“, sagte sie in der in Berlin verbreiteten Erklärung. Auch Außenminister Guido Westerwelle (FDP) äußerte sich während eines Besuchs im Golfstaat Oman bestürzt über den Terrorakt: „Ich bin bestürzt über diesen barbarischen Terrorakt. Wir trauern um die Toten und bangen mit den Verletzten“, sagte Westerwelle.

Auf afghanischer Seite starben der Polizeikommandeur für den Norden des Landes, Daud Daud, sowie der Polizeichef der Provinz Tachar, Schah Dschahan Nuri. Unter den Verletzten sei auch Gouverneur Abdul Jabar Taqwa, sagte dessen Sprecher, Fais Mohammad Tawhidi.

In Berlin teilte der Befehlshaber des Einsatzführungskommandos, Generalleutnant Rainer Glatz, mit: „Wir müssen davon ausgehen, dass es ein Angriff mehrerer Selbstmordattentäter gewesen ist.“ Die Verwundeten seien mit Hubschraubern nach Kundus ausgeflogen worden.

Es sei nicht geplant, Kneip nach Deutschland zu bringen. „Er ist leicht verwundet.“ Zum Zustand der anderen Soldaten könne er noch keine Aussagen machen.

Einer der Attentäter soll nach dpa-Informationen eine Polizeiuniform getragen haben. Der Mann gehörte demnach zu den Sicherheitskräften, die das hochrangige Treffen schützen sollten. Als die Teilnehmer des Treffens den Konferenzraum verlassen hätten, sei der Attentäter auf die Gruppe zugegangen und habe seinen Sprengstoff gezündet.

Taliban-Sprecher Sabiullah Mudschahid sagte, einer ihrer Selbstmordattentäter habe den Anschlag auf das Treffen in Talokan verübt. Ein dpa-Reporter am Tatort berichtete, die Stadt sei nach dem Anschlag wie ausgestorben. Straßen in die Stadt seien gesperrt worden.

Verteidigungsminister de Maizière sprach den Angehörigen sein Mitgefühl aus. „Sie verlieren ihre liebsten Menschen, sie können sich nicht einmal von ihnen verabschieden.“ Am Bundeswehrlager in Talokan war es erst Mitte Mai zu schweren Ausschreitungen gekommen. Deutsche Soldaten hatten daraufhin gezielt auf Angreifer geschossen. Dabei waren elf Afghanen getötet worden, nach Angaben der Bundeswehr allerdings nicht von deutschen Soldaten sondern von einheimischen Wachleuten.

Im Norden Afghanistans sind vor allem Bundeswehrsoldaten als Isaf-Kräfte im Einsatz. (dpa)

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