Politik : Akute Terrorwarnung

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Berlin/Potsdam. In der Bundesrepublik Deutschland, in Frankreich und in Großbritannien sollen sich bis zu 30 unentdeckte Al-Qaida-Kämpfer aufhalten. Diese planen in den drei genannten Ländern innerhalb der nächsten 20 Tage spektakuläre Geiselnahmen und halten sich auch für Selbstmordattentate bereit. Nach Tagesspiegel-Informationen hat das Bundeskriminalamt (BKA) bereits am Donnerstag umfangreiche Hinweise an die Bundesländer weitergeleitet, wonach die Al-Qaida-Kämpfer bei größeren Veranstaltungen aus einem Kreis von 300 bis 400 Personen Geiseln nehmen wollen. Dann sollen sie versuchen, Gesinnungsgenossen aus europäischen Haftanstalten freizupressen. Sollten die Behörden diesen Forderungen nicht nachkommen, würden im Anschluss an die Geiselnahme die Selbstmordattentate durchgeführt, heißt es in dem per Fax übermittelten vierseitigen Lagebericht des Bundeskriminalamtes weiter.

Aus den ­ als unbestätigt bezeichneten ­ Informationen des BKA geht zudem hervor, dass die Anschläge zeitgleich in den drei genannten Staaten durchgeführt werden sollen. Dadurch soll vermutlich die Verwirrung innerhalb der europäischen Polizeibehörden gesteigert und ein gezieltes Vorgehen gegen die Attentäter in einem Land erschwert werden. Es gibt jedoch offensichtlich keine konkreten Hinweise auf mögliche Tatorte innerhalb Deutschlands oder auf besonders gefährdete Tage.

In Frankfurt (Main) findet zur Zeit ein Prozess gegen eine islamistische Gruppe statt. In verschiedenen Städten der Bundesrepublik wurden seit Dienstag insgesamt 13 mutmaßliche Mitglieder der Islamistengruppe Al Tawhid unter dem Verdacht der Bildung einer kriminellen Vereinigung festgenommen. Da der Hinweis des BKA jedoch nicht nur an alle Landeskriminalämter im gesamten Bundesgebiet weitergeleitet wurde, sondern von diesen auch an alle Polizeipräsidien und teilweise bis in die einzelnen Schutzbereiche, scheint die Wiesbadener Behörde dem Hinweis doch eine über die normalen Drohungen hinausgehende Relevanz zu geben. TSP

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