Politik : Alle für Eine - Rüttgers im Club (Kommentar)

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Das Schönste an der Politik ist und bleibt, dass man immer wieder viel zu lachen hat. Beispielsweise über Jürgen Rüttgers, den Vorsitzenden des zwar größten, aber beileibe nicht stärksten Landesverbandes der CDU. Nun hat der arme Mann monatelang hin und her lavieren müssen zwischen Kohl-Einladung und Kohl-Ausladung zu seinem NRW-Wahlkampf. In der Zeit danach wusste er lange nicht genau, ob er beim Bundesparteitag im April gegen Wolfgang Schäuble antreten soll oder kann. Dann war Schäuble weg. Aber Angela Merkel war da. Gegen die wurde Rüttgers in Stellung gebracht und vielleicht hat er sogar selbst ein wenig mit dem Gedanken gespielt, Parteivorsitzender zu werden. Und plötzlich entsteht eine ebenso rätselhafte wie unaufhaltsame Bewegung zugunsten der Aufklärerin aus dem Osten. Rüttgers hat also verloren, obwohl er nie offen angetreten ist. Was soll er da bloß machen? Genau: "Angela Merkel ist die Kandidatin der CDU Nordrhein-Westfalen." Das sagte Rüttgers am späten Mittwoch Abend, hundert Stunden vor der offiziellen Nominierung von Angela Merkel. Damit ist er der letzte wichtigere CDU-Politiker, der sich der großen Merkel-Mania anschloss. Nicht ohne sogleich einen Anspruch zu formulieren. Rüttgers will ihr Stellvertreter werden. Als Belohnung.

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