Politik : Altbau nützt der Umwelt

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Berlin (deh). Der Bund braucht mehr Kompetenzen beim Naturschutz. Das ist ein Ergebnis des Sondergutachtens Naturschutz, das der Rat von Sachverständigen für Umweltfragen am Mittwoch vorgelegt hat. Zwar geht der Umweltrat nicht so weit, zu fordern, dass die Länder Kompetenzen an den Bund abgeben sollen. Doch wünschen sich die Autoren, Martin Jänicke und Christina von Haaren, vom Bund eine stärkere Moderatorenrolle. Was ihnen fehlt, ist eine nationale Naturschutzstrategie, wie sie beispielsweise auch die Vertragsstaaten der Biodiversitäts-Konvention schon mehrfach angemahnt haben.

„Naturschutzdebatten finden lediglich dann statt, wenn es vor Ort einen konkreten Konflikt gibt“, stellt Martin Jänicke fest. Er hält jedoch eine Grundsatzdebatte über die ethische Begründung für den Naturschutz und die Frage, welchen Beitrag die Natur zur Lebensqualität der Menschen hat, für lohnend. Auch „Naturkapital“ stelle für eine Gesellschaft eine Form von Reichtum dar, sagt Jänicke.

Um den Stellenwert des Naturschutzes zu erhöhen, verlangt der Umweltrat jedoch auch mehr Einsatz für die Akzeptanz vor Ort. In einer „reinen Kulturlandschaft, in der es Wildnis gar nicht mehr gibt“, dürfte der Naturschutz auch nicht allzu dogmatisch durchgesetzt werden. Jänicke hält wenig von einem Naturschutz, der lediglich die Menschen aus bestimmten Gebieten heraushält und fordert von den Naturschützern eine stärkere Öffnung nach außen.

Zwar lobt der Umweltrat, dass in dieser Legislaturperiode ein neues Naturschutzgesetz verabschiedet worden ist. Andere Probleme, wie die fortgesetzte Versiegelung von Flächen, seien jedoch noch kaum angepackt worden. Der Bund könne den Flächenverbrauch jedoch bremsen, wenn er die Eigenheimförderung reformiere und statt dem Neubau die Sanierung von Altbauten oder die Verdichtung der Bauweise in den Städten fördere. Zudem schlägt der Umweltrat einen „ökologischen kommunalen Finanzausgleich“ vor. Umweltminister Trittin wertete das Gutachten als Bestätigung seiner Politik.

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