Politik : Angriffe nehmen zu

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Seit Beginn des Einsatzes im Januar 2002 starben nach Bundeswehr-Angaben 21 deutsche Soldaten in Afghanistan. Davon seien 18 Einsatzkräfte durch so genannte Fremdeinwirkung getötet worden, das heißt bei Unfällen oder Gefechten. Zuletzt starb im November vergangenen Jahres ein 44-jähriger Oberstleutnant in Kabul durch einen Selbstmordattentäter in einem Auto. Die übrigen drei Soldaten seien auf natürliche Weise gestorben oder hätten sich das Leben genommen, so ein Bundeswehrsprecher. Über die Gesamtzahl der deutschen Verletzten konnte er auf Anfrage keine Auskunft geben. Ebenso wenig zur Anzahl der verübten Anschläge auf die Truppen. Offenkundig nimmt aber die Zahl der Angriffe zu. Inoffizielle Quellen zählten insgesamt 27 Anschläge gegen deutsche Bundeswehr-Soldaten in den vergangenen viereinhalb Jahren des Einsatzes. Den ersten 2003, dann 2004 vier Anschläge, 2005 seien es neun gewesen. In diesem Jahr liege die Zahl der registrierten Attacken bereits bei 13. In jüngster Zeit hatte es im sonst eher ruhigeren Norden Afghanistans auch verstärkt Angriffe auf die deutschen Soldaten gegeben, allein Anfang Juni drei Mal innerhalb von drei Tagen. Insgesamt fünf deutsche Bundeswehrangehörige wurden dabei verletzt.

Experten beurteilen die Sicherheitslage als so schlecht wie nie seit dem Sturz des Taliban-Regimes Ende 2001. Seit Jahresbeginn sind Schätzungen zufolge bei Angriffen und Anschlägen in Afghanistan mehr als 1600 Menschen getötet worden, darunter etwa 65 ausländische Soldaten der saf-Truppe, zu der auch das knapp 2800 Kräfte starke deutsche Kontingent gehört. Im ersten Halbjahr 2006 habe es so viele Überfälle wie im gesamten Jahr 2005 gegeben. kwo

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