Politik : Annäherungswerte

Allensbach sieht die SPD bisher weit hinter der Union – schließt aber nicht mehr aus, dass die Roten die Schwarzen noch überholen

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Von Gerd Appenzeller

Das Umfrageinstitut Infratest-dimap sieht die SPD im Blick auf die Bundestagswahl bei 39 Prozent. Forsa kommt zum gleichen Ergebnis. Allensbach hingegen gibt den Sozialdemokraten nur 34,2 Prozent. Und erst die Prognosen für die FDP! Infratest-dimap berechnet sie mit acht Prozent, gleich wie Forsa. Aber Allensbach verkündet: 11,6 Prozent! Alle drei Umfragen wurden am 4. September vorgelegt. Ist Demoskopie also doch Kaffesatzleserei auf höherem Niveau, das Ergebnis abhängig von der Kaffeesorte? Allensbach-Geschäftsführerin Renate Köcher steht zu ihren Werten, vor allem zu den – besonders angezweifelten – für die Liberalen. „Die FDP liegt wie ein Brett, zweistellig“, sagte sie jetzt in Berlin. Freilich: Gelaufen ist auch die Wahl für sie nicht, obwohl sie den Trend zu Schwarz-Gelb für fest hält. Aber: „Zweieinhalb Prozentpunkte in die eine oder andere Richtung“ mag sie nicht ausschließen, auch nicht, dass die SPD noch auf der Zielgeraden zur Union aufschließt oder diese gar überholt. Bei der aktuellen Allensbach-Umfrage hat die Union noch 4,9 Prozent Vorsprung vor der SPD. Bei der Wahl 1998 kam Allensbach dem Ergebnis für den Wahlsieger SPD am nächsten – mit 0,4 Prozent Abweichung. Am schlechtesten: die Forschungsgruppe Wahlen. SPD-Wahlmanager Matthias Machnig verwies im ZDF auf Umfragen nach dem ersten TV-Duell: „Die Schere zwischen Schröder und Stoiber, was die Kanzlerpräferenz betrifft, ist weiter aufgegangen, vor allem im Osten.“ Für das zweite Duell am Sonntag versprach ZDF-Chefredakteur Nikolaus Brender mehr Schwung. „Hartnäckige Nachfragen und schnelle Wechsel sind erlaubt und mehr als erwünscht“, sagte er dem Tagesspiegel.

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