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Anschlag in Frankfurt : Attentäter äußert Hass auf US-Soldaten

Nach dem Tod zweier US-Soldaten am Frankfurter Flughafen nennt der mutmaßliche Attentäter Arid U. in einem ersten Verhör Gründe für seine Tat.

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Der tödliche Angriff auf die US-Soldaten am Flughafen von Frankfurt am Main hatte einen extremistischen Hintergrund. Nach Informationen des Tagesspiegels äußerte der Täter, der aus dem Kosovo stammende Arid U., in einer Vernehmung Hass auf amerikanisches Militär und nannte als Grund angebliche Übergriffe von US-Soldaten. Arid U. behauptete, er habe wenige Tage vor der Tat Videos gesehen, in denen vermeintliche Gräueltaten der amerikanischen Armee gezeigt wurden, darunter auch die Vergewaltigung einer Frau. Die Ermittler prüfen nun, um welche Videos es sich handelt. Zu vermuten sei, dass Arid U. islamistische Filme mit Hasspropaganda gegen die USA konsumiert habe, sagten Sicherheitsexperten. Der Kosovare hatte, wie berichtet, am Mittwoch vor dem Terminal 2 des Flughafens mit einer Pistole zwei US-Soldaten erschossen und zwei weitere schwer verletzt. Die Polizei nahm den Mann noch im Flughafen fest. Arid U. hat die Tat gestanden.

Die Bundesanwaltschaft zog am Donnerstag die Ermittlungen an sich. Die Tat habe eine „besondere staatsschutzrechtliche Bedeutung“, sagte ein Sprecher. Es werde beim Ermittlungsrichter des Bundesgerichtshofs ein Haftbefehl gegen Arid U. wegen Mordes sowie versuchten Mordes und gefährlicher Körperverletzung in mehreren Fällen gestellt. Bislang gebe es keinen Verdacht, dass er Mitglied in einer terroristischen Vereinigung ist oder eine solche unterstützt. Sicherheitsexperten sehen Arid U. als radikalisierten Einzeltäter, betonten aber auch, es sei nicht auszuschließen, dass im Laufe der Ermittlungen Bezüge zu einer terroristischen Organisation sichtbar würden. Nach bisherigen Erkenntnissen hat Arid U. offenbar mit der strenggläubigen Strömung des Salafismus sympathisiert. Auf seiner Facebook-Seite sind Links zu führenden Figuren der salafistischen Szene. Am Donnerstag erklärte der neue Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) in Berlin, es gebe keinen Anlass, die polizeiliche Präsenz bundesweit zu erhöhen.

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