Anti-Nato-Proteste : Zahlreiche Verletzte bei Demonstrationen

Beim Nato-Gipfel sind bei schweren Krawallen mehrere Demonstranten und Polizisten verletzt worden. Insgesamt verliefen die Demonstrationen auf deutscher Seite friedlicher als auf der französischen.

Straßburg/KehlBei den schweren Krawallen in Straßburg/Kehl wurden nach Angaben der Polizei 34 Demonstranten verletzt, von denen 18 in ein Krankenhaus gebracht wurden. Zehn von ihnen konnten wieder entlassen werden. Auch acht Polizisten wurden verletzt. Es gab zahlreiche Festnahmen, eine abschließende Bilanz liegt jedoch nicht vor.

Insgesamt demonstrierten 16.000 Menschen friedlich gegen den Nato-Gipfel, davon mehr als 6000 auf deutscher Seite. Die Zahl der gewaltbereiten Gipfel-Gegner lag nach Polizeiangaben bei 1000. Ihnen standen auf beiden Seiten des Rheins insgesamt rund 25.000 Sicherheitskräfte gegenüber.

Proteste gegen Nato-Gipfel
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1 von 18Foto: Getty Images
29.07.2009 08:29Bereits einen Tag vor Beginn des Nato-Gipfels, am 2. April 2009, kommt es in Straßburg zu Zusammenstößen zwischen Demonstranten...



Ursprünglich wollte der Protestzug aus Kehl zur Kundgebung in die elsässische Metropole marschieren. Nach den Ausschreitungen an der Europabrücke in Straßburg stoppte die deutsche Polizei allerdings die Demonstranten.

Randalierer stehlen Waffen von der Polizei

Militante Gegner des Verteidigungsbündnisses hatten sich zuvor Straßenschlachten mit der Polizei geliefert. Dabei steckten sie am Samstag nahe der französisch-deutschen Grenze ein Hotel, eine Apotheke und weitere Gebäude in Brand. Einige von ihnen stahlen am Rande des Nato-Gipfels sogar Waffen von der Polizei. Diese waren in dem in Brand gesteckten Hotel gelagert. Dort wohnten während des Nato-Treffens neben Journalisten auch Polizisten.

Die 28 Regierungschefs der Nato-Länder hatten gestern Vormittag in der Mitte der benachbarten Fußgängerbrücke über dem Rhein mit einem feierlichen Handschlag die Rückkehr Frankreichs in die militärische Kommandostruktur des Bündnisses gefeiert. Die Polizei sperrte das Gelände am Ufer weiträumig ab. (aku/dpa)

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