Politik : Anti-Terror-Gericht wirft Nawaz Shari Hochverrat vor

Fast zwei Monate nach dem Putsch in Pakistan hat ein Anti-Terrorgericht am Mittwoch Anklage gegen Ex-Regierungschef Nawaz Sharif wegen Hochverrrates und Verschwörung zum Mord erhoben. Wie der Sonderstaatsanwalt Ilyas Khan in Karachi im Süden des Landes mitteilte, werden sechs hochrangigen Mitarbeitern dieselben Vorwürfe gemacht, unter ihnen Sharifs Bruder Shahbaz. Die Anhörungen sollten am Montag beginnen. Bei einer Verurteilung droht den Angeklagten die Todesstrafe. Der Verteidiger Sharifs, Sultan Khawaja, wies die Anschuldigungen als haltlos zurück. Augenzeugen zufolge ging die Polizei mit Schlagstöcken gegen rund hundert Anhänger Sharifs vor, die vor dem schwer bewachten Gerichtsgebäude demonstrierten. 20 Menschen wurden festgenommen.

In dem Verfahren wird Sharif im einzelnen Entführung, Aufruhr und kriminelle Verschwörung vorgeworfen. Die pakistanische Militärführung wirft Sharif unter anderem vor, unmittelbar vor seinem Sturz am 12. Oktober einem Flugzeug trotz akuter Treibstoffknappheit die Landung verboten zu haben. Die Maschine mit dem jetzigen Machthaber General Pervez Musharraf und fast 200 weiteren Passagieren an Bord konnte erst landen, als die Armee die Kontrolle über den Flughafen übernahm. Der verfahrensführende Richter Shabbir Ahmed ordnete an, dass der Verteidigung im Interesse eines "fairen Verfahrens" Akten, Videoaufnahmen und Tonmitschnitte des Prozesses zugänglich gemacht werden.

Sharif und die übrigen Beschuldigten waren unter großem Sicherheitsaufgebot aus dem Landhi-Gefängnis in Karachi zu dem Gericht gebracht worden. Die Anklageerhebung wurde bereits zweimal verschoben.

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