Politik : Arbeitslosenstatistik: Zweifel an offiziellen Zahlen

Von den 3,8 Millionen Arbeitslosen in Deutschland steht nach Ansicht von Wirtschaftsexperten nur etwa die Hälfte dem Arbeitsmarkt zur Verfügung. Der Leiter des Bonner Instituts für Wirtschaft und Gesellschaft, Meinhard Miegel, und der Europachef der Unternehmensberatung McKinsey, Herbert Henzler, erklärten, bei der offiziellen Zahl handele es sich um einen statistischen Fehler. Henzler sagte der "Welt am Sonntag": "Wir haben doch schon heute in vielen Bereichen Probleme, offene Stellen zu besetzen. Insofern halte ich die 3,8 Millionen Arbeitslosen, die wir offiziell haben, für einen statistischen Fehler. Es sind wohl eher zwei Millionen." Miegel sagte der "Berliner Zeitung", es gebe "nur zwei Millionen Erwerbspersonen, die ernsthaft vermittlungsfähig und vermittlungsbedürftig sind". Nach Einschätzung des Professors sind 1,5 Millionen auf der Suche nach einem Job. Hinzuzurechnen seien noch 600 000 bis 700 000 Menschen, die sich in Fortbildungs- und Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen befänden und in aller Regel einen richtigen Arbeitsplatz haben wollten.

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