Asylsuchende : Flucht vor Krieg und Elend

Im Jahr 2012 kamen 41 Prozent mehr Flüchtlinge nach Deutschland um hier Asyl zu beantragen. Die Menschen fliehen vor allem aus Krisenherden wie Afghanistan, Irak oder Syrien. Und viele Roma kehren den Staaten des westlichen Balkan den Rücken. Pro Asyl fordert: Mehr Aufnahmekapazitäten schaffen.

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Ob Syrien, Afghanistan, Iran oder Pakistan: Krisenherde gibt es viele, die Zahl der Flüchtlinge steigt.
Ob Syrien, Afghanistan, Iran oder Pakistan: Krisenherde gibt es viele, die Zahl der Flüchtlinge steigt.Foto: dpa

Berlin - Sie kommen aus Serbien und Afghanistan, aus Syrien und dem Irak, aus Mazedonien, dem Iran, Pakistan, Russland, Bosnien-Herzegowina und dem Kosovo. Diese zehn Staaten sind die Hauptherkunftsländer der Menschen, die in Deutschland 2012 Asyl beantragt haben. Im vergangenen Jahr waren es insgesamt fast 65 000 Erstanträge und damit 41 Prozent mehr als im Vorjahr. Von den hohen Zahlen aus den neunziger Jahren mit jährlich mehr als 100 000 neuen Asylbewerbern ist dies noch weit entfernt. Allerdings steigt die Zahl seit Jahren an.

Der Zustrom von Menschen aus Syrien, das erklärte Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) am Dienstag, war „erwartbar“. 2012 flohen 6201 Syrer nach Deutschland, 2011 waren es noch 2634 gewesen. Die Zahl afghanischer Flüchtlinge hat sich zwar minimal verringert, ist aber konstant hoch. Gleiches gilt für den Irak.

„Nicht vorhersehbar“, erklärte Friedrich, war „der enorme Anstieg von Asylbewerbern aus den Staaten des Westbalkan“. Etwa ein Drittel aller Antragsteller stammt dem Innenministerium (BMI) zufolge aus einem Nachfolgestaat des ehemaligen Jugoslawien, die meisten davon Roma. Aus Serbien kamen 85 Prozent mehr als im Vorjahr. Aus Mazedonien steigerte sich der Zustrom um 300 Prozent, aus Bosnien-Herzegowina sogar um 563 Prozent. Weder bei Flüchtlingen aus Serbien noch aus Mazedonien oder aus Bosnien-Herzegowina wurde allerdings auch nur ein einziger Asylantrag positiv beschieden. „In keinem Fall konnte eine asylrelevante Verfolgung festgestellt werden“, heißt es dazu beim BMI. Übersetzt meint das, dass vorrangig wirtschaftliche Gründe die Menschen dazu bewegt haben, hier Asyl zu suchen.

Die Anerkennungszahlen sind insgesamt deutlich geringer als die Antragszahlen. 2012 wurde 8764 Menschen Asyl gewährt, weitere 8376, vor allem Syrer, erhielten Abschiebeschutz. Deutschland müsse, forderte Pro Asyl, die Aufnahmekapazitäten erhöhen.

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