Atomenergie : "Über neue Kraftwerke reden müssen"

Bayerns Umweltminister Werner Schnappauf (CSU) hat sich neben dem forcierenden Ausbau der erneuerbaren Energien auch für den Bau neuer Kernkraftwerke ausgesprochen.

München - Es sei klar, dass langfristig gesehen neben den regenerativen Energien, wie der Biomasse, auch die Kernkraft im Energiemix weiter eine Rolle spielen werde. "Man wird über neue Kernkraftwerke reden müssen", sagte Schnappauf der "Süddeutschen Zeitung" in München.

Der Minister verwies insbesondere auf neue Reaktorlinien wie den Europäischen Druckwasserreaktor, die als besonders sicher gelten. Dieser Technologie dürfe sich Deutschland nicht verschließen. Aufgrund des "rasanten Klimawandels" sprach sich Schnappauf dafür aus, alle energiepolitischen Entscheidungen auf ihre Klimaverträglichkeit hin zu untersuchen. Derzeit laufen in Bayern vier kommerzielle Reaktoren sowie ein Forschungsreaktor in München-Garching.

Informationen über Störfall erbeten

Derweil hat der Störfall in einem schwedischen Atomkraftwerk zur Zeit keine Auswirkungen auf die bayerischen Atommeiler. Nach Konsultationen mit den Kraftwerksbetreibern und dem TÜV seien auf Basis der derzeitigen Informationslage "keine Sofortmaßnahmen geboten", sagte Roland Eichhorn, Sprecher des Umweltministeriums. Allerdings habe man am Freitagmorgen das Bundesumweltministerium um mehr Informationen zum Hergang des Störfalls gebeten. Diese sollten den Ländern "so schnell wie möglich" zur Verfügung gestellt werden. (ddp)

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