Politik : Atomkonsens: Grüne Prominenz wirbt - Entscheidung auf dem Parteitag in Münster

Thomas Kröter

Scharfe Kritik am inneren Zustand und dem öffentlichen Auftreten ihrer Partei hat Grünen-Sprecherin Gunda Röstel am Freitag zum Auftakt der 15. Ordentlichen Bundesdelegiertenkonferenz in Münster geäußert. Spannende inhaltliche Auseinandersetzungen fänden kaum noch statt, monierte Röstel, die nach dreieinhalbjähriger Amtszeit nicht wieder kandidiert. Nach Ansicht Röstels brauchen die Grünen eine Regierungsarbeit, bei der die Erfolge auch den Grünen zugerechnet würden. Wenn es den Sozialdemokraten gelinge, bis zur kommenden Bundestagswahl das Thema Zukunft zu besetzen, bleibe für die Grünen kein Raum mehr, mahnte Röstel.

Auch der Grünen-Fraktionsvorsitzende im Bundestag, Rezzo Schlauch, warnte davor, dass die SPD sich mit Zielen und Erfolgen der Grünen brüste. Ebenso wie die scheidende Parteisprecherin Röstel setzte sich auch die Vorsitzende der Bundestagsfraktion, Kerstin Müller, in scharfer Form mit der FDP auseinander. Zusammen mit der SPD habe ihre Partei in 20 Monaten mehr durchgesetzt als die FDP in fast 30 Jahren Regierungsarbeit. Die Grünen müssten klarmachen, dass sie den Kampf um den Platz als dritte politische Kraft offensiv führten und gegen die Liberalen gewännen.

Mit Spannung war die Entscheidung des Parteitags über den von der Industrie ausgehandelten Konsens über den Ausstieg aus der Atomenergie erwartet worden. Das Ergebnis der Abstimmung am späten Abend lag bei Redaktionsschluss dieser Ausgabe noch nicht vor.

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