Atomstreit : Iran relativiert Äußerungen zu möglichem IAEO-Austritt

Ein Sprecher des iranischen Nationalen Sicherheitsrats hat Äußerungen des Atom-Chefunterhändlers Ali Laridschani relativiert. Dieser hatte mit dem Austritt des Landes aus der Internationalen Atomenergie-Organisation IAEO gedroht.

Teheran - Der Iran wolle die IAEO nicht verlassen, sagte der Sprecher des Nationalen Sicherheitsrates, Hossein Entesami, in Teheran. Laridschani habe lediglich die grundsätzliche Frage gestellt, wieso ein IAEO-Mitglied davon abgehalten werden solle, einen Zugang zur friedlichen Nutzung der Kernenergie zu erhalten.

Im Interview mit der Wiener Tageszeitung «Kurier» vom Sonntag hatte Laridschani mit einem iranischen Austritt aus der IAEO gedroht, falls sich der UN-Sicherheitsrat in den Atomstreit mit Teheran einschaltet. «Warum wurden wir Mitglied der IAEO? Um die Atomtechnologie haben zu dürfen. Das ist ein Paradox, dass wir IAEO- Mitglied sind und trotzdem nichts tun dürfen. In diesem Fall werden wir aus der IAEO austreten», sagte der iranische Chefunterhändler weiter. Der IAEO-Gouverneursrat beschäftigt sich am Montag in Wien mit dem Atomstreit, nachdem alle Vermittlungsbemühungen der EU und Russlands gescheitert sind.

Die USA wollen den Iran im Weltsicherheitsrat mit einem 30-Tage-Ultimatum zum Stoppen seines Atomprogramms und zur Zusammenarbeit mit den IAEO-Inspekteuren Das berichtete die «Washington Post» am Samstag unter Berufung auf Diplomaten. Washington wolle das Thema kommende Woche im Weltsicherheitsrat zur Sprache bringen.

Die 30-Tage-Frist sei in einem Resolutionsentwurf enthalten, den die US-Regierung vorbereitet habe. Teheran würden darin schwere diplomatische Konsequenzen angedroht, schrieb die Zeitung. So hätten amerikanische und europäische Diplomaten Reisebeschränkungen für iranische Politiker, Wirtschaftssanktionen und ein Ölembargo erörtert.

Die USA rechneten mit russischer Opposition gegen einen solchen Kurs, berichtete die Zeitung. Moskau hat Teheran angeboten, die umstrittene Urananreicherung auf russischem Boden vorzunehmen. Die Verhandlungen haben aber bislang kein Ergebnis gebracht. Der russische Außenminister Segei Lawrow ist am nächsten Dienstag in Washington. (tso/dpa)

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