Politik : Atomunfall: Japanische Manager bekennen sich schuldig

Im Zusammenhang mit dem schweren Atomunfall in einer japanischen Wiederaufarbeitungsfabrik haben sich sechs ehemalige Topmanager der Fahrlässigkeit schuldig bekannt. Ein Gerichtssprecher teilte mit, der derzeitige Präsident der Muttergesellschaft JCO, Tomoyuki Inami, habe bestätigt, dass das Unternehmen gegen die Sicherheitsbestimmungen verstoßen hat.

Bei dem Unfall am 30. September 1999 waren zwei Arbeiter getötet und ein weiterer schwer verletzt worden. Sie mischten große Mengen Uran - um Zeit zu sparen - in Eimern statt in Spezialbehältern. Dabei kam es zu einer unkontrollierten nuklearen Kettenreaktion, bei der erhebliche Mengen von Radioaktivität austraten. 439 Anwohner wurden radioaktiv belastet.

Den Angeklagten drohen ein Jahr Haft und Geldstrafen bis 500 000 Yen (8900 Mark). Die Firma zahlt zur Beilegung von 6875 Klagen 12,66 Milliarden Yen (rund 240 Millionen Mark) Schadenersatz.

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